AUGUST 2012
Gigantischer Stromausfall in Indien
02.08.2012, von Tobias Matern
Auf den Straßen herrschte Chaos, Fabriken standen still: Der Stromausfall hat gezeigt,
dass Indiens Wirtschaftswunder verletzlich ist. Das Land stößt an die Grenzen seiner
Möglichkeiten. Und mehr als 300 Millionen Menschen in den Slums warten noch immer
vergeblich darauf, dass die Regierung sie überhaupt mit Elektrizität versorgt.
Haareschneiden bei Kerzenschein: Mehr als 600 Millionen Inder waren vom Stromausfall betroffen. In
manchen Friseurläden hat das zu riskanten Schnitten geführt.
Schließlich hatten am Tag zuvor bis zu 650 Millionen Landsleute keinen Strom. Das heißt,
etwa jeder zehnte Erdenbürger musste, falls denn eine Stromleitung sein Zuhause erreicht,
zeitweilig ohne Licht, Fernseher, Kühlschrank oder Metro auskommen. Eine solche
Dimension wird erreicht, wenn in halb Indien, erst im Norden, dann noch im Nordosten und
im Osten, zentrale Netze nach und nach kollabieren und einen Dominoeffekt auslösen.
(...)  die Ereignisse der vergangenen beiden Tage wird das Land so schnell nicht
vergessen. Der Nahverkehr fiel in weiten Teilen des Nordens und Ostens aus, die Metro in
Delhi kam zum Erliegen. Auch Fernzüge mussten ihren Betrieb einstellen. Hunderte
Minenarbeiter harrten stundenlang unter Tage aus, weil die Aufzüge nicht mehr fuhren.
Krankenhäuser und Flughäfen stellten auf eine Notstromversorgung um. Auf den schon an
normalen Tagen überlasteten Straßen der Hauptstadt herrschte Chaos, weil die Ampeln
ausfielen. (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gigantischer-stromausfall-in-indien-die-
dunkle-seite-der-macht-1.1429292-2)
Asien
Chinesen fliehen vor Taifun "Haikui" - Hochwasser in Manila
08.08.2012, Girlie Linao und Bill Smith 
Taifun in China, Überschwemmungen auf den Philippinen: Unwetter haben in Asien
2,6 Millionen Menschen in Chaos und Elend gestürzt.
Manila/Peking. Tödliche Stürme mit verheerenden Winden und immensen Regenmassen
haben in China und auf den Philippinen riesige Landstriche ins Chaos gestürzt. 2,6 Millionen
Menschen waren betroffen. In China traft Taifun „Haikui“ am Mittwoch mit voller Wucht auf die
Ostküste. Es war der dritte Taifun innerhalb einer Woche. Auf den Philippinen saßen
Hunderttausende in überfluteten Gebieten teils in Notunterkünften fest. Insgesamt kamen seit
vergangener Woche in der Region mehrere Dutzend Menschen ums Leben.
Taifun „Haikui“ erreichte die chinesische Küste in der Nacht zum Mittwoch in der Provinz
Zhejiang. Er wirbelte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern, teilte der
Meteorologische Dienst mit. Bis zu fünf Meter hoch türmten sich die Wellen vor der Küste. In
Zhejiang brachten die Behörden rund 1,5 Millionen Menschen in Sicherheit, im benachbarten
Shanghai mussten fast 400.000 Einwohner ihre Häuser verlassen. Dort wurden zwei Menschen
von herabfallenden Trümmern erschlagen.
Der wirtschaftliche Schaden allein in der Provinz Zhejiang wird auf fünf Milliarden Yuan (rund
635 Millionen Euro) geschätzt. Etwa die Hälfte davon entfalle auf Schäden in der Landwirtschaft,
hieß es. China ist seit vergangenem Freitag bereits von den Taifunen „Saola“ und „Damrey“
heimgesucht worden. (http://www.abendblatt.de/vermischtes/article2363962/Chinesen-fliehen-vor-
Taifun-Haikui-Hochwasser-in-Manila.html)
In Manila und Umgebung sind nach Angaben des Katastrophenschutzes insgesamt 1,23
Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Rund 850.000 Bewohner flohen
demnach aus ihren Häusern. Von ihnen wurden 250.000 in Schulen, Turnhallen und anderen
Gebäuden untergebracht, die anderen fanden Zuflucht bei Freunden oder Verwandten. Trotz
der chaotischen Zustände ordneten die Behörden an, dass die Beamten und Angestellten an
ihre Arbeitsplätze zurückkehren sollten. Am Dienstag waren die Büros geschlossen geblieben.
Vielerorts standen die Menschen bis zum Hals im Wasser. Zahlreiche Bewohner retteten sich
auf die Dächer ihrer Häuser, wo sie auf Hilfe warteten. Bei einer vom Fernsehen übertragenen
Krisensitzung sagte ein Beamter von Präsident Benigno Aquino, das größte Problem bei den
Rettungsarbeiten sei der Mangel an Freiwilligen, die bei der Verteilung von Lebensmitteln,
Wasser und Notfall-Ausrüstung helfen könnten.
Vor allem die Armenviertel der 15-Millionen-Einwohner-Stadt Manila sind von den
Überschwemmungen betroffen. Millionen Menschen haben ihre Behausungen entlang von
Flüssen oder Kanälen errichtet oder am sumpfigen Ufer eines großen Sees. Aber auch
Nobelgegenden sind überschwemmt, etwa das an einem Fluss gelegene umzäunte Viertel
Provident, in dem die Erdgeschosse der rund 2000 Wohnhäuser unter Wasser stehen.
Rettungskräfte fuhren mit Schlauchbooten zwischen im Wasser stehenden Luxusautos umher
und holten Bewohner von Hausdächern. (...)
Die Philippinen erleben jedes Jahr etwa 20 heftige Stürme oder Taifune. Die aktuellen
Überschwemmungen in Manila sind die schwersten seit 2009, als 460 Einwohner durch den
Taifun "Ketsana" ums Leben kamen. (http://www.stern.de/news2/aktuell/20-tote-durch-
ueberschwemmungen-auf-den-philippinen-1874616.html)
250 Tote und 1800 Verletzte durch Erdbeben im Iran
12.08.2012, 08:37 Uhr
Die Stadt Varzaqan ist einer der Orte, die durch das Erdbeben am schlimmsten erwischt wurden (Quelle: dapd)
Die Zahl der Menschen, die bei zwei schweren Erdbeben im Nordwesten des Iran
getöteten worden sind, hat sich auf mindestens 250 erhöht. Nach jüngsten
Informationen seien mehr als 1.800 Menschen verletzt worden, sagte der
stellvertretende Innenminister Hassan Kaddami. Tausende Menschen mussten die
Nacht im Freien verbringen.
Zugleich gab es zahlreiche Nachbeben. Die Behörden befürchten einen Anstieg der Opferzahl.
Das Staatsfernsehen berichtete von mehr als 2.000 Verletzten.
Erdbeben hatte Stärke 6,4
Das erste Beben der Stärke 6,4 ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte um 16.53
Uhr (Ortszeit) nordöstlich der Millionenstadt Täbris. Laut Fernsehbericht lag das Epizentrum
zwischen den Städten Ahar und Haris, rund 500 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt
Teheran. Elf Minuten später folgte das zweite Erdbeben mit einer Stärke von 6,3. Den Angaben
zufolge lag das Epizentrum dabei lediglich 48 Kilometer nordöstlich von Täbris.
Von den Erschütterungen betroffen waren die Städte Ahar, Haris und Varsakan in der Provinz
Ost-Aserbaidschan. Mindestens sechs Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, 60 weitere
zu 50 bis 80 Prozent zerstört. Mindestens zehn Nachbeben wurden in der Region in der Nähe
des Kaspischen Meeres registriert. Khalil Saei, Leiter des örtlichen Krisenstabs, rief die
Menschen dazu auf, ihre Häuser zu verlassen und die Nacht in Parks und auf offenen Plätzen
zu verbringen.
Der Iran liegt in einem seismisch sehr aktiven Gebiet: Im Durchschnitt gibt es in dem Land
ein leichtes Erdbeben pro Tag. Bei einem heftigen Beben 2003 in der südöstlichen Stadt Bam
kamen rund 26.000 Menschen ums Leben. (http://nachrichten.t-online.de/250-tote-und-1800-
verletzte-durch-erdbeben-im-iran/id_58610692/index)
Hurrikan "Isaac" erreicht USA
Heimtückischer Hurrikan "Isaac" schürt Katastrophenängste
29.08.2012, 17:09 Uhr, Marco Mierke  
Hurrikan "Isaac" erreichte Festland und sorgt für Regen und Sturmfluten. In Louisiana herrscht
Land unter, halbe Million Menschen ohne Strom.
In Arcola, Louisiana, ist die Stromversorgung zusammengebrochen
Foto: AFP
Washington. Nach einer Nacht heftiger Niederschläge und gewaltiger Windböen an der
Südküste der USA schien es am Mittwoch, als wolle die Sonne gar nicht mehr aufgehen. Der
Hurrikan „Isaac“ brachte der Region um die Metropole New Orleans im Bundesstaat Louisiana
in der Nacht gespenstisch dunkle Wolken und unerbittlich dichte Regenschwaden. Auch am
Morgen wurde es nicht richtig hell. Dass die Ausläufer des Sturms mit Böen von mehr als 130
Kilometern pro Stunde den Strom für fast eine halbe Million Einwohner kappten, verstärkte die
Weltuntergangsstimmung noch. Die Angst vor einer Katastrophe nahm weiter zu. (...)
Regelrecht „Land unter“ herrschte daher am Mittwoch vor allem in den flachen Küstenregionen
des Staates am Golf von Mexiko. Der Hurrikan war in Nacht zunächst in der Gemeinde
Plaquemines Parish auf Land getroffen. Beispiellose Flutwellen setzen nach einem Deichbruch
viele Straßen und Häuser unter Wasser. Das Gebiet ist zwar dünn besiedelt und viele Bürger
hatten sich nach eindringlichen Warnungen rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Trotzdem wurden
in der Nacht viele Menschen von den gewaltigen Wassermassen überrascht. (http://www.
abendblatt.de/vermischtes/article2384997/Heimtueckischer-Hurrikan-Isaac-schuert-
Katastrophenaengste.html)