Einen wesentlichen Eckpfeiler der anglo-amerikanischen weltweiten Geopolitik,
d.h. ihre Fähigkeit, andere Nationen zu beherrschen und zu kontrollieren,
bildete immer ihre Fähigkeit, andere Nationen davon zu überzeugen, bei Erdöl
handele es sich um ein begrenzt vorkommendes, organisches Gemisch, das
vor mehr als 100 Millionen Jahren entstanden sei, als Dinosaurier noch die
Erde bevölkerten. 
Und dieses Gemisch könnte auch nur dort gefunden werden, wo die beiden
gigantischen amerikanischen Erdölerschließungsunternehmen Halliburton und
Schlumberger behaupten, dass es zu finden sei. Bei den meisten Kriegen des
vergangenen Jahrhunderts -  bis hin zu den Kriegen in Libyen, im Irak und in
Syrien -  ging es um die Kontrolle des Erdöls oder die Möglichkeit, Länder wie
China, die sich ansonsten von den USA unabhängig machen könnten, vom
Zugang zu Erdöl abzuschneiden.
 
Die Ergebnisse der NASA und des Max-Planck-Instituts bestätigen nun die oft
verworfenen Erkenntnisse einer Gruppe herausragender russischer Wissen-
schaftler, die vor mehr als sechs Jahrzehnten erkannten, dass die westliche
Theorie des Erdöls als »fossilem Brennstoff« falsch war.
Anfang der 1950er-Jahre wurde eine Gruppe russischer und ukrainischer
Geophysiker, Geochemiker und Geologen von Stalin damit beauftragt, im
Rahmen eines als hohe Priorität eingestuften, geheimen Projektes die Sow-
jetunion von westlichen Erdölkonzernen unabhängig zu machen. Als sie im
Verlauf der Arbeiten die gesamte westliche wissenschaftliche Literatur zu den
fossilen Ursprüngen des Erdöls unter die Lupe nahmen, stellten sie überra-
schend fest, dass es kein einziges belastbares wissenschaftliches Experiment
gab, das den biologischen Ursprung des Erdöls bewies.
 
Unmittelbar nach Ende des Kalten Krieges reisten russische und ukrainische
Geophysiker und Geochemiker zu einer ausgewählten wissenschaftlichen
Konferenz in Santa Fe im amerikanischen Bundesstaat New Mexico. Laut der
Aussage einer Person, die sie begleitete, waren die Wissenschaftler sehr
interessiert daran, ihre Entdeckung über den tatsächlichen Ursprung des
Erdöls mit ihren amerikanischen Kollegen zu diskutieren.
Zu den Konferenzteilnehmern gehörten auch einige der renommiertesten
amerikanischen Geologen. Sie alle hörten einen Vortrag von Professor V. A.
Krajuschkin, dem Leiter der Abteilung für Erdölexploration des Instituts für
geologische Wissenschaften an der Ukrainischen Akademie der Wissen-
schaften in Kiew.
Sein Vortrag vor den in Santa Fe versammelten amerikanischen Wissenschaft-
lern stellte fast das gesamte Wissen, das sie sich während ihrer Ausbildung im
Bereich Erdöl angeeignet hatten, auf den Kopf.
Professor Krajuschkin erläuterte ausführlich ein Forschungsvorhaben, das
seine Arbeitsgruppe bei ihrer Suche nach Erdöl und Erdgas im Dnjepr-Donezk-
Becken in der Ostukraine in der Nähe der russischen Grenze erfolgreich
abgeschlossen hatte. Heute ist diese Region aufgrund der Politik Washingtons
ein Kriegsgebiet.
Krajuschkin erläuterte, man sei nach über 45-jähriger geologischer Erfor-
schung des Beckens ursprünglich davon ausgegangen, in der Region sei nicht
mit Erdölvorkommen und ihrer Erschließung zu rechnen, da dort nirgendwo ein
spezielles »Ausgangsgestein« zu finden gewesen wäre. Diese besondere
Gesteinsformation bestehe, so die westliche geologische Theorie, aus einzig-
artigen Gesteinen, aus denen entweder Kohlenwasserstoffe entstanden waren,
oder aus denen potenziell Kohlenwasserstoffe gebildet werden könnten.
Nur in Regionen, in denen diese Gesteine vorhanden waren, so hieß es, könne
Erdöl gefunden werden; daher auch die Bezeichnung »Ausgangsgestein«.
Die in dem ukrainischen Becken entdeckten Erdöl- und Erdgasvorkommen
stammten aus, wie es die Geologen nennen, »kristallinen Grundgebirgen«,
tiefen Gesteinsformationen, in denen der westlichen geologischen Lehre zu-
folge Erdöl- und Erdgas als »fossile Brennstoffe« eigentlich nicht vorkommen
konnten.
Aber die Russen hatten es dort entdeckt. Das erinnert in gewisser Weise an die
Entdeckungen Galileo Galileis, dass sich die Erde um die Sonne dreht und
nicht umgekehrt, und die Sonne das Zentrum unseres Planetensystems bildet.
Beide Erkenntnisse galten der Heiligen Inquisition, vor der sich Galilei verant-
worten musste, als ketzerische Irrlehre.
So ähnlich erging es nun auch den russischen Wissenschaftlern. Wie einer der
Teilnehmer berichtete, waren die Zuhörer über die Vorträge der russischen
Experten und den sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen ganuso wenig
»nicht amüsiert« wie damals die katholische Kirche. Denn: Ihre weiteren
Karrieren, und nicht zuletzt auch ihre Einkommen, wären in Gefahr, hätten die
Russen recht.
Krajuschkin berichtete den Wissenschaftlern in Santa Fe weiter, die erfolg-
reichen Bemühungen der ukrainischen Arbeitsgruppe, die nach Erdöl gesucht
und es auch gefunden hatten, wo nach der herrschenden Lehre keines sein
durfte, hätten sich als regelrechte »Goldgrube« bei der kommerziellen Erschlie-
ßung und Ausbeutung der dortigen Erdöl- und Erdgasfelder erwiesen.
Nach Jahren intensiver Forschungen hätten diese Entdeckungen bestätigt,
dass Erdgas und Erdöl nicht aus verrotteten biologischen Überresten –
fossilen Ursprungs – entstanden seien, sondern einen »abiotischen oder
abiogenetischen Ursprung« besäßen, wobei die lateinische Vorsilbe »a« so viel
wie »nicht-« bedeutet.
 Nach Angaben von Prof. Wladimir Kutscherow, einem führenden abiotischen
Geophysiker und Geochemiker, befinden sich einige der größten russischen
Erdölvorkommen außerhalb Westsibiriens in den Erdölfeldern von Romasch-
kino in Tatarstan in der Region Ural-Wolga in einer Tiefe von fast fünf Kilome-
tern unter der Erdoberfläche. In diesen Tiefen dürfte wohl niemand mit
Dinosaurier-Überresten rechnen.
Kutscherow und andere russische Erdölexperten haben interessanterweise
bestätigt, dass sich die Erdölvorkommen in allen größeren Erdölfeldern und
vermutlich auch in kleineren Feldern im Laufe der Zeit aus der Tiefe des Erd-
inneren wieder auffüllen. Der Erdkern ist sozusagen ein riesiger nuklearer
»Ofen«, der unter den dort herrschenden Bedingungen extremen Drucks und
außerordentlich hoher Temperaturen ständig Kohlenwasserstoffe produziert
und dies dann durch Spalten, die auch als »Migrationskanäle« bezeichnet
werden, in den Erdmantel presst. Wenn sie dort durch bestimmte Mineral-
vorkommen wie etwa Ferrit wandern, können sie sich in komplexere
Kohlenwasserstoffketten wie etwa Petroleum verwandeln.
              These des “Peak Oil” eines “Fördermaximus
                               ist somit ein Mythos 
Marion King Hubberts berühmte These des »Peak Oil« aus dem Jahr 1956 –
also eines »Fördermaximums«, auf das dann unwiderruflich ein beständiger
Rückgang der Fördermenge erfolgt – ist mit anderen Worten ein Mythos, der
unter anderem auch durch den Boom in der amerikanischen Erdölförderung
durch Fracking widerlegt wurde.
Das bedeutet: Die weltweiten Erdölvorkommen gehen nicht zur Neige, wie
Dr.Peter Odell vor einigen Jahren prognostizierte. Überall stößt man heute auf
Erdölvorkommen.
Es ist einfach absurd und wahnsinnig - und völlig unnötig - , wenn Länder wie
Saudi-Arabien, Katar, die Türkei oder die USA, England sowie Frankreich
Kriege führen, um dieses Erdöl unter ihre Kontrolle zu bekommen.
F.W.Engdahl
21.2.2016
Quelle und gesamter Artikel:
Russische Wissenschaftler bestätigt:
           Erdöl ist kein “fossiler Brennstoff”
 
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/sinnlose-kriege-
um-erdoel.html;jsessionid=A56CB5023264BDB35E633526C16645D4