Hillary - die “kalte Kriegerin”
Hillary Clinton gehört zu den US-Politikern/Politikerinnen, die die Verteidigung
der weltweiten Vormachtstellung der USA als wichtigstes Ziel ansehen.
Diana Johnston               
schreibt dazu in ihrem Buch “Die Chaos Königin - Hillary
Clinton und die Außenpolitik der selbsternannten Weltmacht”: “Hillary Clinton
hat ganz klar die Absicht, die Politik des “Regimewandels”, die sie als
Außenministerin verfolgte, weiterzubetreiben. Sie war einer der
Hauptanstifterinnen des Krieges zum Sturz von Gaddafi in Libyen und immer eine
der entschiedensten Verfechter-innen des Einsatzes aller notwendigen Mittel, um
Baschar al-Assad in Syrien zu stürzen. Das entstandene Chaos hat ihren Eifer
keineswegs gemindert.
Hillary Clinton setzte sich auch dann energisch für die “Bewaffnung der gemäßig-
ten Rebellen” in Syrien ein, wenn Präsident Obama zögerte. Am 16. September
2015 gab General Lloyd Austin - der Offizier, der mit dem 500 Millionen Dollar
teuren US-Programm zur “Ausbildung und Ausrüstung” beauftragt war, das der
Stärkung “moderater” Anti-Assad-Rebellen dienen sollte -  gegenüber dem Kon-
gress zu, das Programm sei ein totaler Fehlschlag gewesen. Nur “vier oder fünf”
der zum Kampf gegen Assad “ausgebildeten und ausgerüsteten” Kämpfer waren
noch aktiv verfügbar. Der Rest dieser “guten” Rebellen war entweder desertiert
oder war, samt ihrer US-Waffen, zu den “bösen” Rebellen übergelaufen.
Dieser Fehlschlag änderte Hillary Clintons Meinung nicht. Ebenso wie andere in
Washington verkündet sie auch weiterhin, irgendwo zwischen dem “Islamischen
Staat” und der Republik Syrien kämpften “gemäßigte” Rebellen gegen beide
Seiten und verdienten unsere Unterstützung. (...)
Typisch für Hillary Clinton ist, dass sie Außenpolitik im Stil einer persönlichen
Vendetta praktiziert. Dabei richtet sich ihr selbstgerechter Zorn gegen Gaddafi,
oder Putin, oder Assad. Von den Kommandohöhen der US-Macht stigmatisiert sie
den “Diktator” und erklärt, er müsse “gehen”. Kontext und Resultate kümmern
sie wenig. (...)
In ihrer Wahlkampagne setzt Hillary Clinton ihre Vendetta gegen “Diktatoren” fort.
Ungeachtet des Vorrückens und der Gräuel des “Islamischen Staates” (Daesch),
ungeachtet der Flut von Flüchtlingen, die aus von US-Militärinterventionen ver-
wüsteten Ländern nach Europa drängen, ungeachtet der terroristischen Angriffe
am 13. November 2015 in Paris, die viele Menschen in Frankreich und anderswo
zu der Meinung gebracht haben, es sei wohl doch dringlicher, den Vormarsch des
islamistischen Fundamentalismus zu stoppen als den syrischen Präsidenten los
zu werden, bleibt Hillary Clinton bei ihrem Mantra: Assad muss gehen.
“Assad hat  den letzten Zahlen zufolge an die 250.000 Syrer getötet”, proklamierte
sie in einer Wahlkampfdebatte mit Bernie Sanders am 12. Dezember 2015.
Der hier verwendete rhetorische Kniff demonstriert die Infantilisierung der
politischen Debatte in den Vereinigten Staaten: Sämtliche Toten in einem fünf
Jahre währenden Bürgerkrieg - einschließlich aller Soldaten der syrischen
Armee, aller von Rebellen getöteten Zivilisten und aller Nicht-Syrer, die sich den
islamischtischen Kräften angeschlossen haben - sie alle werden einem “Diktator”
angerechnet, der “sein eigenes Volk tötet”.
Gewisse wohlinformierte Beobachter des Westens sehen das etwas anders.
Mitarbeiter der U.S.Defense Intelligence Agency (DIA) haben versucht, das Weiße
Haus zu warnen, der Sturz Assads werde zum Sieg der islamischen Fanatiker
führen - mit katastrophalen  Auswirkungen. Aber, so der ehemalige DIA-Direktor
Generalleutnant Michael Flynn: “Ich hatte das Gefühl, dass sie die Wahrheit nicht
hören wollten.” Die politische Führung der USA scheint in einer imaginären Welt
zu leben, in die unwillkommene Fakten nicht eindringen können. Hillary Clinton
ist ein extremes Beispiel für diese Undurchlässigkeit.” (Johnston*, S.7 ff.)
Auch Geopolitik-Expert F.W.Engdahl sieht in Hillary Clinton eine Gefahr, sollte sie
tatsächlich US-Präsidentin werden. Er verweist in einem Artikel auf Unmengen
von Skandalen, mit denen die Präsidentschaftskandidatin zu kämpfen hat: “Da
sind z.B. die Skandale um den Rauschgiftschmuggel der CIA um den Agenten
Barry Seal in Mena im US-Bundesstaat Arkansas, als ihr Ehemann William Jeffer-
son Clinton dort gerade zunächst Justizminister und dann später Gouverneur
war. Der investigative Journalist Ambrose Evens-Pritchard der britischen Tages-
zeitung The Telegraph dokumentierte dies in seinem 1997 erschienenen, auf-
sehenerregenden Buch The Secret Life of Bill Clinton: The Unreported Stories auf
exzellente Weise zu einer Zeit, als sich Präsident Bill Clinton in den 1990er-
Jahren einem Amtsenthebungsverfahren gegenübersah. Und dann sind da noch
die zahlreichen Skandale im Zusammenhang mit der Clinton-Stiftung, die Peter
Schweizer 2015 in seinem Buch Clinton Cash: The Untold Story of How and Why
Foreign Governments and Businesses Helped Make Bill and Hillary Rich doku-
mentierte.  Dort wird ausführlich dargelegt, wie Hillary Clinton unter Missbrauch
ihres Amtes als Außenministerin umfangreiche saudische und andere »Spenden«
in die Kassen der Clinton-Stiftung lenkte, deren Vorsitz sie nach ihrer Amtszeit
als Außenministerin übernahm. Nicht zu vergessen ist der Skandal um E-Mails,
auch mit Inhalten, die die nationale Sicherheit betrafen, die sie entgegen aller
Sicherheitsbestimmungen über ihren privaten E-Mail-Server empfing und ver-
schickte. Aber dieser Skandal wurde von einer korrupten Justizministerin und
einem ebenso korrupten FBI-Chef unter den Teppich gekehrt. (http://info.kopp-
verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/eine-amerikanische-praesidentin-
mit-hirnschaden-und-dem-finger-auf-dem-roten-knopf-fuer-die-atomwa.html)
*) Diana Johnstone: Die Chaos Königin - Hillary Clinton und die Außenpolitik der
          selbsternannten Weltmacht”, 2016, Westend-Verlag GmbH., Frankfurt/Main