Hillarys E-Mails, Gaddafis Gold-Dinar und
              der “Arabische Frühling”
F.William Engdahl schreibt dazu: “Begraben unter Zehntausenden von Seiten
geheimer E-Mails der früheren US-Außenministerin Hillary Clinton, die jetzt
von der US-Regierung veröffentlicht werden, befindet sich ein verheerender E-
Mail-Schriftwechsel zwischen Clinton und ihrer Vertrauensperson Sid Blumen-
thal. Der Schriftwechsel handelt von Gaddafi und den von den USA koordi-
nierten Interventionen, um den libyschen Herrscher zu stürzen. Dabei geht es
um Gold und eine möglicherweise existenzielle Bedrohung für die Zukunft des
US-Dollars als Weltreservewährung. Es geht um Gaddafis damalige Pläne eines
goldgedeckten Dinar.
Zwei Absätze in einem scheinbar ununterbrochenen Strom freigegebener E-
Mails über den illegalen privaten Server, den die damalige Außenministerin
Hillary Clinton während des Kriegs benutzte, den die USA 2011 zur
Vernichtung von Libyens Gaddafi inszeniert hatten, decken eine kompakte
geheime Absicht hinter dem Krieg der Obama-Regierung gegen Gaddafi auf,
der zynisch »Responsibility to Protect« (Verantwortung für den Schutz [der
Bevölkerung]) genannt wurde.
Nur, um die Erinnerung aufzufrischen: Der unentschlossene und schwache
Präsident Obama übertrug die volle präsidiale Verantwortung für den
Libyenkrieg seiner Außenministerin Hillary Clinton. Diese unterstützte von
einem frühen Zeitpunkt an die arabischen »Regimewechsel« unter Verwendung
der geheimen Muslimbruderschaft.
Sie berief sich dabei auf das neue und groteske Prinzip »Verantwortung für den
Schutz« (R2P), um den Krieg gegen Libyen zu rechtfertigen, den sie rasch in
einen von der NATO geführten Krieg umwandelte. Nach dem R2P-Prinzip
behauptete Clinton ohne überprüfbare Beweise, Gaddafi würde die unschuldige
libysche Zivilbevölkerung in der Region Benghazi, die friedlich für mehr
Demokratie protestiert hatte, bombardieren.
Nach einem Bericht der New York Times aus der damaligen Zeit, der sich auf
Quellen in leitender Position in der Regierung Obama berief, hat Hillary Clinton
Präsident Obama zu den militärischen Aktionen gegen Libyens Gaddafi
gedrängt. Sie wurde dabei von Samantha Power, einem leitenden Berater im
Nationalen Sicherheitsrat und heutigen Botschafter Obamas bei den Vereinten
Nationen (UNO), und von Susan Rice, der damaligen Botschafterin Obamas bei
der UNO und jetzigen Nationalen Sicherheitsberaterin, unterstützt. Clinton
erwies sich mit Power und Rice an ihrer Seite so mächtig, dass sie es schaffte,
sich über Verteidigungsminister Robert Gates, über Tom Donilon, Obamas
Berater für Nationale Sicherheit, und über John Brennan, Obamas Chef der
Terrorbekämpfung und heutigen CIA-Vorstand, hinwegzusetzen. 
Außenministerin Hillary Clinton steckte auch knietief in der Verschwörung zur
Entfesselung dessen, was man dann im Zuge der von den USA finanzierten
Regimewechsel im gesamten arabischen Mittleren Osten den Arabischen
Frühling taufte. Dieser gehörte zum »Greater Middle East Project« (Großartiger
Naher Osten), das 2003 nach der Besetzung des Iraks von der Regierung Bush
öffentlich bekannt gegeben worden war. Die ersten drei Länder, gegen die jener
Arabische Frühling der USA 2011 in Gang gesetzt wurde, waren Ben Alis
Tunesien, Mubaraks Ägypten und Gaddafis Libyen. Für das Vorgehen benutzte
Washington Nichtregierungsorganisationen (NGOs) für »Menschenrechte« wie
Freedom House und National Endowment for Democracy (Nationale Stiftung
für Demokratie), die wie üblich mit der Stiftung Open Society (Offene Gesell-
schaft) des Milliardärs und Spekulanten George Soros mit dem US-Außenminis-
terium und mit CIA-Agenten zusammenarbeiten.
Der Zeitpunkt und die Ausrichtung von Washingtons Arabischem Frühling von
2011 erscheint im Hinblick auf die gerade freigegebenen und veröffentlichten E-
Mails Clintons an ihren privaten Libyen-»Berater« und Freund Sid Blumenthal
nun in einem neuen Licht. Blumenthal ist der schleimige Anwalt, der den frü-
heren Präsidenten Bill Clinton in seinem Amtsenthebungsverfahren wegen der
Monika-Lewinsky-Affäre und anderer Sexskandale verteidigt hatte.
Gaddafis Gold-Dinar bedrohte die Dollarhegemonie
Für viele ist es ein Rätsel geblieben, weshalb Washington beschlossen hatte,
Gaddafi müsse persönlich vernichtet und nicht nur in die Verbannung geschickt
werden. Als Clinton über Gaddafis brutale Ermordung von Terroristen der durch
die USAfinanzierten »demokratischen Opposition« al-Qaidas informiert wurde,
sagte sie CBS News in einer verrückten, scherzhaften Umschreibung eines
Ausspruchs Julius Cäsars: »Wir kamen, wir sahen, er starb«, wobei sie makaber
von Herzen lachte.
Im Westen weiß man wenig über das, was Muammar al-Gaddafi diesbezüglich
in Libyen oder in Afrika und in der arabischen Welt angestellt hatte. Nun wirft
die Veröffentlichung eines weiteren Teils der E-Mails Hillary Clintons aus der
Zeit, während sie als Außenministerin den Krieg der Regierung Obamas gegen
Gaddafi führte, ein dramatisches neues Licht auf diesen Hintergrund.
Es handelte sich nicht um eine persönliche Entscheidung Hillarys, die Person
Gaddafi zu beseitigen. Die Entscheidung wurde, wie jetzt klar wird, in den
höchsten Kreisen der US-Geldoligarchie gefällt. Sie selbst war nur ein weiteres
politisches Werkzeug zur Umsetzung der Aufträge dieser Oligarchen in
Washington. Die Intervention richtete sich gegen Gaddafis gut ausgearbeitete
Pläne, eine goldgedeckte afrikanische und arabische Währung zu schaffen, um
den Dollar im Ölhandel zu ersetzen.
In einer neulich freigegebenen E-Mail Sid Blumenthals an Außenministerin
Hillary Clinton vom 2. April 2011 legte dieser den Grund dar, weshalb Gaddafi
beseitigt werden müsse. Unter dem Vorwand, sich auf eine nicht identifizierte
»hochrangige Quelle« zu berufen, schrieb Blumenthal an Clinton: »Laut
vertraulichen Informationen, die dieser Quelle zur Verfügung stehen, sitzt
Gaddafis Regierung auf 143 Tonnen Gold und einer ähnlichen Menge an Silber
...  Dieses Gold wurde noch vor der laufenden Rebellion in der Absicht ange-
sammelt, damit eine gesamtafrikanische Währung auf der Grundlage des liby-
schen Gold-Dinars einzurichten. Dieser Plan wurde entwickelt, um den franko-
phonen afrikanischen Ländern eine Alternative zum französischen Franc (CFA)
zu verschaffen.«  (...)
Wie sich allerdings jetzt erst im jüngsten E-Mail-Austausch zwischen Clinton
und Blumenthal vom 2. April 2011 bestätigt, tauchte in der afrikanischen und
arabischen Ölwelt eine qualitativ neue Bedrohung für die »Götter des Geldes«
an der Wall Street und in der Londoner City auf. Libyens Gaddafi, Tunesiens
Ben Ali und Ägyptens Mubarak waren im Begriff, eine vom US-Dollar
unabhängige, goldgedeckte, islamische Währung einzuführen. (....)
Gaddafi erzielte zum Zeitpunkt seines Todes als Leiter der Afrikanischen
Union mit seinem Plan Fortschritte, die souveränen Staaten Afrikas mittels
einer einzigen Goldwährung zu den Vereinigten Staaten von Afrika zu
vereinen. 2004 hatte ein panafrikanisches Parlament von 53 Nationen Pläne für
eine afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft – mit einer einzigen Goldwährung
bis zum Jahr 2023 – eingeleitet.
Die ölproduzierenden Nationen in Afrika hatten vor, den Petro-Dollar aufzu-
geben und die Bezahlung für ihr Öl und Gas in Gold zu verlangen. Daran betei-
ligt waren Ägypten, Sudan, Südsudan, Äquatorialguinea, Kongo, die Demokra-
tische Republik Kongo, Tunesien, Gabun, Südafrika, Uganda, Tschad, Suri-
name, Kamerun, Mauretanien, Marokko, Sambia, Somalia, Ghana, Äthiopien,
Kenia, Tansania, Mosambik, Côte d’Ivoire und noch dazu Jemen, das vor
kurzem Öllagerstätten entdeckt hatte. Die vier afrikanischen Mitgliedsländer der
OPEC sind Algerien, Angola, Nigeria, ein riesiger Ölförderer und der größte
Erdgasproduzent in Afrika mit gewaltigen Erdgasreserven, sowie Libyen mit
den größten Reserven; sie sollten dem Goldsystem angehören.
Quelle und gesamter Artikel: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/f-
william-engdahl/hillarys-e-mails-gaddafis-gold-dinar-und-der-arabische-fruehling.html