Unter einer Mikrozephalie (auch Mikrocephalie geschrieben; von altgriechisch
mikrós „klein“ sowie kephalç „Kopf“) versteht man eine Entwicklungsbeson-
derheit beim Menschen, bei der der Kopf eine vergleichsweise geringe Größe
aufweist; der Kopfumfang ist hierbei 3 Standardabweichungen geringer als der
Mittelwert für einen Menschen gleichen Alters und Geschlechts.
Mikrozephalie geht für den Betroffenen mit einer geistigen Behinderung einher,
deren Intensität vom Ausmaß und von den Begleitfehlentwicklungen abhängt.
Die Inzidenz beträgt 1,6 auf 1.000 Geburten.
Gründe hierfür können eine Fehlentwicklung des Gehirns (Dyszephalie, Mikro-
enzephalie) und/oder ein vorzeitiger Verschluss der Schädelnähte (Kranioste-
nose) mit daraus folgender Dyskranie bzw. Mikrokranie sein. Mikrozephalie
geht häufig mit ausgeprägter kognitiver Behinderung einher.
Ausgelöst werden können eine Mikrozephalie bzw. die zu dieser Besonderheit
führenden Entwicklungen z. B. durch:
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eine Infektion mit Röteln oder dem Cytomegalievirus während der
Schwangerschaft bei der Mutter
- Chromosomenbesonderheiten, wie sie z. B. Ursache für das Cri-du-chat-
Syndrom, das Angelman-Syndrom, das Kabuki-Syndrom, das Nijmegen-
Breakage-Syndrom, Trisomie 14 oder ein Down-Syndrom sind.
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Ebenso ist das fetale Alkoholsyndrom eine häufige Ursache für eine
Mikrozephalie.
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Auch das Zika-Virus steht im Verdacht, diese Missbildung auszulösen.
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Eine Mikrozephalie kann auch im Rahmen einiger Syndrome auftreten
wie z.B. dem Renpenning-Syndrom, bei der Autosomal-rezessiven
primären Mikrozephalie oder dem Nicolaides–Baraitser-Syndrom.
Strahleninduzierte Mikrozephalie
Die strahleninduzierte Mikrozephalie (lat. inducere „einleiten“) bezeichnet eine
in mehreren epidemiologischen Untersuchungen beobachtete Besonderheit
bei Kindern, die im Verlauf der Schwangerschaft einer erhöhten Strahlenbelas-
tung ausgesetzt waren, z. B. aufgrund einer therapeutischen Bestrahlung we-
gen einer Krebs-Behandlung der Mutter oder bei Strahlenbelastungen, wie sie
bei Atombombenopfern o. ä. nachzuweisen sind.
Das Auftreten einer Mikrozephalie ist hier abhängig von der Strahlendosis. Die
zur Auslösung dieser embryotoxischen Schädigung notwendigen Strahlen-
dosen liegen über 0,1 Gy (10 rd), nach einer Dosis von 0,5 Gy (50 rd) muss mit
einer hohen Inzidenz gerechnet werden. Die empfindliche Periode liegt in der 8.
bis 15. Schwangerschaftswoche, in der sich die Nervenzellen ausbilden.
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie (https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrozephalie)
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