Nepal - Himalaya -
Jahrhundert-Erdbeben
Am 25. April 2015 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,7 Nepal und
den Himalaya.  Das Zentrum des Bebens lag rund 80 Kilometer östlich
der zentral gelegenen Stadt Pokhara und damit auf halben Weg zwischen
Pokhara und der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Die Erschütter-
ungen waren auch in Neu Delhi und anderen Städten im Norden Indiens
zu spüren gewesen.
Bei dem Erdbeben wurden fast 9.000 Menschen getötet, Zehntausende
Häuser wurden zerstört.  Besonders schlimm war die Lage im Epizen-
trum rund um Lamjung,  90 Prozent der Häuser und ganze Bergdörfer
wurden dort ausradiert.
Aber auch in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, waren die Schäden
verheerend. Hilfe und Rettungsaktionen gestaltete sich zudem            
sehr schwíerig.  Zwar war fast die gesamte Armee im Einsatz, aber          
ihr fehlten Hubschrauber und Bergungsgeräte. Auch die Krisen-     
vorräte an Nahrung und Wasser waren unzureichend. Am Flughafen  
ging viel wertvolle Zeit verloren, weil internationale Hilfsgüter nicht
schnell genug verladen werden konnten ...
Auch am Mount Everest waren Bergsteiger durch Lawinenabgänge in
Not geraten, doch diesen wurde sehr schnell geholfen, weshalb es Kritik
an einer “Zwei-Klassen-Rettung” gab ...
Zwei Wochen später erfolgte überdies ein Nachbeben ...                
, was
die Lage in der Krisenregion weiter verschärfte ...
Die internationale Hilfe war aber dennoch teilweise gewaltig, so spende-
ten China und Indien Milliardenbeträge für den Wiederaufbau.
Trotzdem war die Not auch Monate nach dem verheerenden Erdbeben in
dem bettelarmen Land weiterhin riesengroß. Mehr als eine halbe Million
Häuser und rund 10.000 Schulen wurden zerstört, genauso wie unzählige
Brücken und Straßen. Etwa drei Millionen Menschen waren immer noch
obdachlos ...
Doch die Katastrophe hatte auch etwas Gutes: Jahrelang ist in Nepal
über eine neue Verfassung gestritten worden, immer wieder begleitet
von Streiks. Das verheerende Erdbeben erhöhte nun den Druck auf die
Politik, den Streit einvernehmlich zu lösen. Am 8.Juni einigten sich
Regierung und oppositionelle Maoisten auf eine neue Verfassung, die
das Himalaya-Land in acht Provinzen aufteilen soll. Informations-
minister Minendra Rijal sprach von einem „enormen Durchbruch“. Das
Unglück habe „uns motiviert zusammenzuarbeiten“. Nun bestehe „der
Wille, es hinter uns zu bringen“ ...
Doch das Jahrhundert-Beben hatte auch Auswirkungen auf die gesamte
Erde, denn es hatte zu einer Verschiebung der Erdachse geführt. Der
Untergrund unter Kathmandu habe sich um drei Meter nach Süden
bewegt, sagte der Tektonikexperte James Jackson von der Universität
Cambridge nach ersten Analysen ...  
 
 
 
Bewohner eines kleinen
Dorfes  im Nordosten Nepals
haben sich in Zelten in
Sicherheit gebracht. |
Internationale Helfer
 treffen endich ein
Premierminister Sushil Koirala (Mitte),
Finanzminister Ram Sharan Mahat (l),
und Außenminister Mahendra Bahadur
Panday (r.) begannen die Geber-Kon-
ferenz im 25.Juni 2015 in Kathmandu
mit einer Schweigeminute
Auch Suchhunde
waren im Einsatz