Auf dieser Privatinsel hat der Comandante ein Haus erbauen lassen, außerdem
gibt es einen Hubschrauberlandeplatz und ein Gebäude, wo die Leibwächter
Fidels untergebracht sind. Daneben befindet sich eine kleine Kaserne, die das
übrige Personal beherbegt: Köche, Mechaniker, Elektriker, Funkoffiziere und
zehn bewaffnete Soldaten, die dauerhaft auf Cayo Piedra stationiert sind.
Noch etwas weiter entefernt gibt es ein Lager mit Treibstoff und Süßwasser
(das mit dem Schiff vom Festland herübergebracht wird) und ein kleines
Kraftwerk zur Erzeugung von Elektrizität. (...)
An den Landungssteg ist eine fünfzehn Meter lange Schwimmbrücke ange-
dockt, auf der ein Restaurant mit Bar und Grillstelle eingerichtet wurde.
Das stellt das eigentliche Zentrum des sozialen Lebens auf Cayo Piedra dar.
Hier nimmt die Familie meistens ihre Mahlzeiten ein ... wenn sie nicht an
Bord der Jacht speist.
Von diesem schwimmenden Restaurant aus kann jeder die Tiergehege im
Wasser bewundern. In dem einen schwimmen Wasserschildkröten (manche
von ihnen sind einen Meter groß, landen aber letztlich doch auf dem Teller
von Fidel). Das andere ist ein Delfinarium, in dem zur großen Freude von
Erwachsenen wie Kindern die zwei hier gefangen gehaltenen Delfine mit
Kunststücken und Sprüngen aufwarten. (...)
Das Haus auf dem Nordteil verfügt über ein Außenschwimmbad mit Süßwas-
ser, dessen Becken fünfundzwanzig Meter lang ist, sowie über ein natürliches
Jacuzzi. Es liegt in einer Felsennische und wird mit Meerwasser gespeist, das
über eine in den Fels gehauene Rinne mit jeder neuen Welle ins Becken
gespült wird.”  
 Quelle: Juan Reinaldo Sánchez, “Das verborgene Leben
     des Fidel Castro”, 2015, Bastei Lübbe AG, Köln, S.17ff.