In welchem Luxus Fidel Castro lebte zeigt sich alleine am Beispiel seines privaten
Hauptwohnsitzes, an dem auch seine  rechtmäßig angetraute Ehefrau Dalia Soto
del Valle lebt, mit der er fünf Söhne hat – die aber ebenso wie seine Frau von der
Öffentlichkeit völlig abgeschirmt wurden.
Diese sind auf dem weitläufigen Familienanwesen Punte Cero im Stadtviertel
Siboney von Havanna aufgewachsen – und zwar unter Bedingungen, die nichts
mit den revolutionären Entbehrungen zu tun haben, wie sie der „Máximo Lider“
immer gepredigt hat ....
Doch das war nicht Fidel Castros einziger geheimer privater Wohnsitz. Denn der
„Comandante“ hatte lange Zeit auch eine Geliebte: Celia Sánchez. Diese lebte in
einem streng abgeschirmten Gebäudekomplex in Havanna namens“ El Once“.
Juan Sánchez beschreibt diesen geheimen Zweitwohnsitz Castros folgendermaßen:
„El Once nimmt in der Geographie des Castrismus einen besonderen Platz ein. Es
ist damals einer jener geheimen Orte, die Fidel beinahe täglich aufsucht, ohne dass
jemand oder kaum jemand davon weiß. Um die Sicherheit zu garantieren, ist der
gesamte Häuserblock privatisiert und der öffentliche Zugang zu diesem Straßen-
abschnitt durch checkpoints an den beiden äußeren Punkten versperrt worden. Auf
den Dächern sind die Terrassen aller Häuser miteinander verbunden, sodass sich
ausgedehnte Kommunikationsmöglichkeiten unter freiem Himmel ergeben. Im
Lauf der Jahre kommen weitere Annehmlichkeiten hinzu. Die Häuser werden mit
einem Aufzug versehen, eine Sporthalle wird gebaut und sogar ein prachtvoll aus-
gestatteter Bowling-Bereich: zwei glänzende Parkettbahnen, die von Farnbeeten
und Felsbrocken aus der Sierra Maestra gesäumt sind. Großartig.
Aber die erstaunlichste Einichtung ist mit Sicherheit der Stall, den Fidel in der
vierten Etage des Once bauen ließ, also mitten in der Hauptstadt ...
Doch das sind nicht alle (top secret) Besitztümer des „Máximo Liders“. Gemäß
Juan Sánchez nennt er darüber hinaus auch eine eigene kleine Privatinsel, ge-
nannt Cayo Piedro, sein Eigen.
Er beschreibt die Insel folgendermaßen: „Im Kubanischen bezeichnet das Wort
cayo eine flache und sandige, meist auch schmale und lang gestreckte Insel. Um
Kuba herum gibt es Tausende davon. Viele werden heute von Touristen besucht,
die gerne schnorcheln oder tauchen. Die Insel von Fidel weist etwa eineinhalb
Kilometer Länge auf und beschreibt einen leichten von Nord nach Süden
reichenden Halbkreis. An der Ostseite befindet sich zum offenen Meer hin eine
felsige Steilküste. Dort ist das Wasser tief und blaugrün. Der windgeschützte
Westen hingegen bietet feine, weiße Sandstrände und ein türkisfarbenes Meer. Es
ist ein paradiesischer Flecken Erde, umgeben von wunderbaren Meeresgründen.
Und alles ist beinahe noch genauso intakt wie zu Zeiten der großen Entdeckungen
durch die europäischen Seefahrer.” (S.16ff.*)
Weitere Details zum Inselparadies des „Máximo Lider“ siehe ...
 Sanchez schreibt weiter über seinen “Ex-Chef”: “Sein ganzes Leben lang hat Fidel
beteuert, dass er keinerlei Vermögen besäße außer eine bescheidenen “Fischer-
hütte” irgendwo an der Küste. Allerdings hat sich diese Fischerhütte in ein Luxus-
ferienhaus verwandelt, das beachtliche logistische Schritte hinsichtlich der Über-
wachung und des Unterhalts erforderte.
Hinzu kommen außerdem etwa zwanzig andere Immobilien, angefangen von Punto
Cero, seinem riesigen Anwesen in Havanna ganz in der Nähe des Botschaftsvier-
tels; La Caleta del Rosario, wo auch sein Privathafen liegt; La Deseada, ein Ferien-
haus mitten in dem Sumpfgebiet der Provinz Pinar del Rio, wo Fidel beinahe jeden
Winter auf Enten- oder Wasserwildjagd geht. Ganz zu schweigen von den ganzen
anderen Grundbesitztümern, die in jeder Provinz von Kuba der ausschließlichen
Nutzung durch Fidel vorbehalten sind.
Fidel Castro hat auch zu verstehen gegeben und manchmal sogar standfest behaup-
tet, dass die Revolution ihm keinerlei Entspannung, keinerlei Freizeit lasse; dass
ihm die bürgerliche Vorstellung von Ferien fremd sei, ja, dass er sie gar verachte.
Das ist eine Lüge. Von 1977 bis 1994 habe ich ihn unzählige Male in das kleine
Paradies von Cayo Piedra begleitet. Und ich habe an unzähligen Angelpartien und
Unterwasserjagden teilgenommen.” (S.18ff.*)
*) Juan Reinaldo Sánchez, “Das verborgene Leben des Fidel Castro”,
    2015, Bastei Lübbe AG, Köln