Film „Submission (Part I)“
2004 drehte Ali zusammen mit Theo van Gogh den elfminütigen Low-Budget-
Film „Submission (Part I)“ (dt. Unterwerfung). Der Kurzfilm thematisiert die
Stellung von Frauen in islamischen Gesellschaften und ihre Unterdrückung und
Misshandlung unter Berufung auf den Koran.
Hirsi Ali schrieb das Skript und sprach die Stimme aus dem Off. Vier Frauen
berichten von erlittenen Misshandlungen.
Zu sehen sind die verschleierten Gesichter der Erzählerinnen und ihre durchsichtig
bekleideten Körper, beschrieben mit fünf Suren aus dem Koran, die die Frau zur
Unterwerfung unter ihren Ehemann auffordern, und gezeichnet von Schlägen und
Striemen durch Peitschenhiebe.
Koran, Sure 4:34: „Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott sie (von Natur
vor diesen) ausgezeichnet hat und wegen der Ausgaben, die sie von ihrem
Vermögen (als Morgengabe für die Frauen?) gemacht haben. Und die
rechtschaffenen Frauen sind (Gott) demütig ergeben und geben acht auf das, was
(den Außenstehenden) verborgen ist, weil Gott (darauf) acht gibt (d.h. weil Gott
darum besorgt ist, dass es nicht an die Öffentlichkeit kommt). Und wenn ihr
fürchtet, dass Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett
und schlagt sie! Wenn sie euch gehorchen, dann unternehmt nichts gegen sie!
Gott ist erhaben und groß.“ (zitiert nach Rudi Paret)
Der Film wurde im niederländischen Fernsehen im Rahmen der Sendereihe
Zomergasten (Sommergäste) innerhalb eines dreistündigen Themenabends über
Hirsi Ali vom Sender VPRO ausgestrahlt.
In konservativen islamischen Kreisen nahm man den Film im Allgemeinen negativ
auf. Van Gogh wurde daraufhin von militanten Muslimen mit dem Tode bedroht
und am 2. November 2004 schließlich ermordet. Der Mörder hinterließ auf Van
Goghs Körper einen Brief, der an Hirsi Ali gerichtet war und worin sie ebenfalls
mit dem Tod bedroht wurde.
Nach dem 2. November schien keiner ihrer Unterschlupfe mehr sicher. Sicher-
heitshalber wurde sie am 10. November mit einem Militärflugzeug in die USA
geflogen. Sie verbrachte die Zeit bis zur Rückkehr im Januar 2005 auf einem
amerikanischen Marinestützpunkt. Bis zum 14. Mai 2006 arbeitete sie, trotz
fortdauernder Bedrohung durch europäische Islamisten, wieder als Abgeordnete im
Parlament.
Weiterhin schrieb sie an einer Fortsetzung von Submission für den Film
„Submission II“ und an einem Buch mit dem Arbeitstitel „Abkürzung zur
Aufklärung“. Der elfminütige Kurzfilm wurde in Deutschland nur auszugsweise
gesendet. Offiziell ist der Film nicht erhältlich. Er wurde bislang nur einmal im
niederländischen Fernsehen ausgestrahlt. Spiegel-TV bemühte sich um die
deutschen Rechte, die Produktionsfirma Column lehnt einen Verleih jedoch bis auf
Weiteres ab. Stattdessen erlaubte sie vorübergehend, den Film im Internet zu
verbreiten.
Eine Vorführung von Van Goghs Film Submission wurde bei dem internationalen
Filmfestival von Locarno 2005 gefordert.