Die zahlreichen Substile – beispielsweise Death Metal, Black Metal, Progressive
Metal – unterscheiden sich zum Teil erheblich. Die Bandbreite reicht von extrem
einfach gehaltenen, meist rhythmisch sehr treibenden Songstrukturen bis zu
filigran ausgefeilten, multiinstrumentalen Kompositionen, die sich ansonsten nur
in der klassischen Musik wiederfinden, von krächzendem Gebrüll und tiefem
Grunzen bis zu opernartigen Gesangskünsten, von extrem langsamen bis rasant
schnellen Rhythmen. Ähnlich vielfältig geht es bei den Texten zu, die von reiner
Fantasy über Hassorgien, Religion, sexuell anzüglichen Partytexten, Melancholie
bis zur politischen Gesellschaftskritik reichen.
Black Metal ist eine Subkultur des Metal, die in den 1980er Jahren entstand und
sich insbesondere in Norwegen und Schweden und daraufhin in Nord- und
Mitteleuropa rasch ausbreitete.
Der Begriff wurde ursprünglich für Metalbands mit satanistischen Texten
verwendet. Seit den 1990er-Jahren wird außerdem eine musikalische Definition
angewandt, die sich an der Spielweise der norwegischen Szene orientiert und auch
Bands mit heidnischen, nihilistischen oder misanthropischen Inhalten betrifft und
von vielen traditionellen Anhängern abgelehnt wird.
Die musikalische Definition bezieht sich in der Regel auf den gutturalen Gesang,
der von sehr hohem „Schreien“ bis hin zu tiefem „Gekrächze“ reichen kann, eine
rohe Produktion ("lo-fi"), und im Gegensatz zum Death Metal nicht tiefer
gestimmte E-Gitarren.
Beim Gitarrenspiel überwiegen monotone Riffs. Am Schlagzeug dominieren
(außer in langsamen Passagen) Doublebass und Blastbeats. Vereinzelt werden
unter anderem auch Tasteninstrumente zum Aufbau eher orchestraler Momente
verwendet.
Der Szene lastet der Ruf an, von Menschen mit nationalistischer, nationalsozialisti-
scher, rassistischer oder zumindest ausgeprägter patriotischer Einstellung domi-
niert zu werden, dies vor allem aufgrund einiger Zeitungsartikel und Äußerungen
einzelner Musiker sowie der in den 1990er-Jahren aus Teilen der Szene hervor-
gegangenen NSBM-Strömung.
Von Außenstehenden wird die Szene hauptsächlich wegen krimineller Akte, die
von Mitgliedern der Szene verübt wurden, wahrgenommen. So werden primär die
verurteilten Mörder und Rechtsextremisten Varg Vikernes und Hendrik Möbus
sowie zahlreiche Kirchenbrandstiftungen in Norwegen mit dem Black Metal
assoziiert. Außerdem wird der Szene oftmals vorgeworfen, sich nicht deutlich
genug von Bands mit nationalsozialistischer Gesinnung zu distanzieren
beziehungsweise diese sogar zu dulden.
Im Black Metal vertretenes Gedankengut wird über die Texte und Aussagen in
Interviews und Szenepublikationen verbreitet. Trotz der sich dabei ergebenden
Unterschiede lassen sich unter den einzelnen Richtungen gemeinsame
Grundgedanken finden.
Während die Vorreiter Satanismus oft nur zur Provokation aufgriffen, betrachten
einige spätere Szeneanhänger eine ideologische Hinwendung zum Satanismus als
für einen Black-Metaller essentiell an. Das häufige Fehlen einer ernsthaften
satanistischen Überzeugung wird der Szene auch von einigen ihr nicht zugehörigen
Satanisten vorgeworfen.
Bei einigen Bands beschränkt sich das Aufgreifen des Satanismus auf (meist stark
sexualisierte) Blasphemie und radikale antichristliche Äußerungen. Leitfigur
Euronymous vertrat die Vorstellung eines leibhaftigen, gehörnten Satan im Sinne
der Teufelsanbetung beziehungsweise eines invertierten Christentums. Nuclear
Holocausto von Beherit wiederum vertrat in den 1990er Jahren Elemente des
atheistischen Satanismus nach Anton Szandor LaVey und der von ihm gegründeten
Church of Satan (wie die meisten der Nine Satanic Statements), sah die Anti-
LaVey-Einstellung der norwegischen Szene als kindisch an und hatte Verbindun-
gen u. a. zu Kerry Boltons Order of the Left Hand Path, hat aber nun „seit Jahren
mit satanischen Organisationen nichts mehr zu tun“.
Die Church of Satan wird auch vom Misanthropic Luciferian Order, dessen chaos-
gnostischer und antikosmischer Satanismus von zahlreichen schwedischen Bands
wie Dissection und Arckanum vertreten wird, als nicht genuin satanistisch
angesehen und vehement abgelehnt. Die Texte und Ideologie der ebenfalls chaos-
gnostischen Band Ofermod beschränken sich nicht auf Betrachtungen des
Christentums aus satanistischer Perspektive, sondern sind „religiös übergreifend“
und integrieren unter anderem auch Elemente aus Judaismus und Hinduismus.
Einzelne Black-Metal-Musiker wie Pete Helmkamp (Order from Chaos), Michael
W. Ford (Black Funeral), Karl NE (Nåstrond), Jeremy Christner (Great American
Desert, Vrolok) und Johan „Shamaatae“ Lahger (Arckanum) haben Bücher zu
Esoterik, Magie und Satanismus geschrieben. Während das Klischee satanistischer
Opfer auf Friedhöfen vollkommen an der Realität vorbei geht, erwähnt der
ehemalige Emperor-Bassist Tchort Tieropfer in der Szene von Kristiansand.
Von einem Teil der Szene wird das Christentum allgemein als heuchlerisch und als
totalitäre Ideologie, die das Individuum durch Moralismus und Obrigkeitshörigkeit
einschränken würde, angesehen. Ähnlich dem Death Metal existieren dement-
sprechend auch im Black Metal Liedtexte, in denen das Töten von Christen
beschrieben und propagiert wird.
Der in den Liedtexten immer wieder thematisierte Hass, tritt außerdem als allge-
meine Misanthropie und Lebensfeindlichkeit in Erscheinung. Teilweise steigert
sich dies dazu, jedem Leben den Wert abzuerkennen – auch dem eigenen, was
erklärt, weshalb manche Mitglieder der Szene zu autoaggressivem Verhalten
neigen.
Analog dazu ist Todessehnsucht ein häufiges Motiv des Black Metal, das sich
deutlich in den Suiziden von Musikern wie Dead (Mayhem), Cernunnos
(Enthroned) und Grim (u. a. Immortal, Borknagar und Gorgoroth) zeigt, sowie in
einer Strömung mit Bands wie Shining, Krohm, Hypothermia und Abyssic Hate,
deren Texte, Ästhetik und Auftreten sich um Themen wie Suizid, Selbstver-
stümmelung und selbstverletzendes Verhalten drehen.
Auch der depressive Black Metal, wie er von Bands wie Strid, Manes, Burzum
und der deutschen Dark-Metal-Band Bethlehem beeinflusst ist, lässt sich hier
einordnen.
Diese Strömung wird jedoch von einem Teil der Szene abgelehnt, da sie ihrer
Meinung nach im Widerspruch zur ursprünglichen martialischen Ausrichtung
steht, und auch Shining-Gründer Niklas Kvarforth selbst betont, dass „hunderte
von bedeutungslosen Bands“ seine „Initialvision komplett fehlinterpretiert“ hätten;
er habe niemals ein Subgenre erschaffen wollen, „in welchem Idioten ihr Selbst-
mitleid ausdrücken und ihre Musik als scheiß Form der Therapie nutzen“. Im
Gegenteil sei es seine Intention gewesen, „die Musik als Waffe gegen den Hörer zu
nutzen, sie erzwungen füttern mit selbstzerstörerischen und suizidalen Idealen, um
damit hoffentlich eine Welle der Unsicherheit zu kreieren“.
Entsprechend wird auch Drogenkonsum aufgrund seiner potentiell schädlichen
Auswirkungen mitunter befürwortet, einige Mitglieder der norwegischen Szene
waren schwere Trinker.
Die Alkoholprobleme des Abruptum-Mitglieds Jim „All“ Berger wiederum
führten zu dessen Ausschluss aus dem Projekt. Michayah Belfagor (Nefandus,
Ofermod) konsumierte einige Jahre lang Heroin, handelte auch damit und
empfiehlt auch anderen, diesen Weg einzuschlagen; es sei ein Prozess, der das
Individuum stärke. Inzwischen ist diese Phase für ihn jedoch „schon seit Langem
passé“; man könne „keine wahre Gnosis unter dem Einfluss von Drogen
erreichen“.
Lord Ahriman von Dark Funeral hingegen ist seit 2002 oder 2003 Nichttrinker,
ebenso war Varg Vikernes im Gegensatz zu einigen anderen Mitgliedern der
frühen norwegischen Szene Nichttrinker.
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie
dort gibt es weitere Quellenangaben