Am 13.1.1947 schrieb Mutter Teresa daher einen Brief an den Erzbischof  
Ferdinand Périer, in dem sie in einfachen Worten ganz offen schilderte, was Gott
ihrer Ansicht nach von ihr verlangte.  Dieser Brief zeigt, dass sie von Christus
ganz konkrete Anweisung bekam über ihre zukünftige Aufgabe und den Orden,
den sie gründen sollte.
Hier ein Auszug aus diesem Brief von Mutter Teresa:
 „ (…) Eines Tages bei der Heiligen Kommunion hörte ich dieselbe Stimme
ganz deutlich: „Ich möchte indische Schwestern, Sühneseelen meiner Liebe,
die wie Maria und Martha sein würden. Die mit mir so vereint sein
würden, dass sie meine Liebe auf andere Seelen ausstrahlen!
Ich möchte freie Schwestern, die bekleidet sind mit meiner Armut des
Kreuzes. – Ich möchte gehorsame Schwestern, die bekleidet sind mit
meinem Gehorsam des Kreuzes. Ich möchte Schwestern, die voll der Liebe
sind, bekleidet mit der Liebe des Kreuzes. (…)
Ich möchte indische Missionaries of Charity – die mein Feuer der Liebe sein
weden unter den ganz Armen – den Kranken – den Sterbenden – den
kleinen Straßenkindern.“ (S.64) 
Weiters sagte ihr Jesus: „ (..) deine Berufung ist es, zu lieben und zu leiden
und Seelen zu retten, und indem du diesen Schritt tust, wirst du meinen
Herzenswunsch an dich erfüllen. – Das ist deine Berufung. –
Du wirst einfache indische Kleidung tragen oder, noch besser, wie meine
Mutter gekleidet sein, einfach und arm –  Deine jetzige Ordenstracht ist
heilig, weil sie ein Symbol für mich ist – dein Sari wird heilig werden, weil
er ein Symbol für mich sein wird.“
Ich versuchte, unseren Herrn davon zu überzeugen, dass ich mich bemü-
hen würde, eine sehr eifrige heilige Loreto-Schwester zu werden, eine
wahre Sühneseele hier in dieser Berufung – doch Seine Antwort darauf war
sehr deutlich: „Ich möchte indische Missionaries of Charity – die mein
Feuer der Liebe sein werden unter den ganz Armen – den Kranken – den
Sterbenden – den kleinen Straßenkindern. – Ich möchte, dass du die Armen
zu mir bringst – und die Schwestern, die ihr Leben als Sühneseelen aus
Liebe darbringen, bringen diese Seelen zu mir. Ich weiß, du bist der un-
fähigste Mensch, schwach und sündig, doch gerade deshalb möchte ich
dich zu meiner Ehre gebrauchen! Willst du mich zurückweisen?“
Diese Worte oder vielmehr diese Stimme erschreckten mich. Der Gedanke
daran, wie die Inder zu essen, zu schlafen und zu leben, erfüllte mich mit
Furcht. Ich betete lang – ich betete so viel – ich bat Unsere Mutter Maria,
Jesus zu bitten, all dies von mir zu nehmen.
Je mehr ich betete – umso deutlicher wurde die Stimme in meinem Herzen
und so betete ich darum, dass Er mit mir tun solle, was immer Er wollte.
Er fragte mich immer und immer wieder. Dann wurde die Stimme noch
einmal ganz deutlich: „Du sagst immer zu mir „tu mit mir, was du willst“ –
Nun möchte ich handeln – Lass es mich machen – Meine kleine Braut –
Meine eigene Kleine – Fürchte dich nicht – Ich werde immer bei dir sein –
Du wirst leiden und du leidest jetzt  - doch wenn du meine eigene (liebe)
kleine Braut bist – die Braut des Gekreuzigten Jesus – wirst du die Qualen
in deinem Herzen ertragen müssen – Lass mich handeln – Weise mich nicht
zurück – Vertraue mir in Liebe – vertraue mir blind. – Meine Kleine, gibt
mir Seelen – gib mir die Seelen der armen kleinen Straßenkinder – Wie es
mich verletzt – wenn du nur wüsstest – diese armen Kinder mit Sünde
beschmutzt zu sehen. Ich sehne mich nach der Reinheit ihre Liebe. – Wenn
du meinem Ruf nur folgend würdest – um mir diese Seelen zu bringen –
entziehe sie dem Zugriff des Bösen. – Wenn du nur wüsstest, wie viele
dieser Kleinen täglich in Sünde fallen.
Es gib Klöster mit vielen Schwestern, die sich um die Reichen und
Wohlhabenden kümmern, doch für meine ganz Armen gibt es absolut
niemand. Nach ihnen sehne ich mich – sie liebe ich – Willst du mich
zurückweisen?  - Frage seine Exzellenz, mir dies zum  Dank für die Gnade,
die ich ihm über 25 Jahre hinweg schenkte, zu geben.“ (S.65ff)    
Quelle: Brian Kolodiejchuk:„Mutter Teresa, Komm
                        sei mein Licht“, 2007