Das eigentliche Referendum für Spanien: Schließen
wir uns der Neuen Seidenstraße an!
Vor 10 Jahren explodierte das Weltfinanzsystem und stürzte dadurch auch die
Realwirtschaft weltweit in die Krise. Die Austeritätspolitik und die ungezügelte
Gelddruckerei der Zentralbanken und des IWF in der gesamten transatlanti-
schen Region haben die Menschen hier ihrer Zukunft beraubt.
Spanien war neben anderen europäischen Ländern eines der Hauptopfer dieser
Krise, was sich in hoher Jugendarbeitslosigkeit, wachsender Armut, sozialer
Ausgrenzung und einem drastischen Einkommensrückgang äußerte – diktiert
durch den IWF, die Europäische Kommission und die Europäische Zentral-
bank, die sogenannte Troika.
2013 wurde jedoch ein Hoffnungsschimmer aus dem Osten sichtbar, genauer
gesagt aus Astana (Kasachstan), wo der chinesische Präsident Xi Jinping den
Aufbau eines Wirtschaftsgürtels ankündigte, der die Nationen Asiens miteinan-
der verbinden würde. Er nannte diesen Gürtel Neue Seidenstraße und erweiter-
te diesen zur Belt-and-Road-Initiative.
Dies ist ein auf fortschrittlichsten Technologien basierendes Megaprojekt zum
Infrastruktur- und Industrieausbau, das auf dem Win-Win-Prinzip in der Bezie-
hung zwischen souveränen Nationalstaaten zum gegenseitigen Vorteil beruht –
d.h. auf dem Prinzip der Nächstenliebe, das Teil sowohl des Konfuzianismus
wie auch des platonischen Christentums ist.
Und welche Rolle spielt Spanien dabei? In seinen besten Momenten im Laufe
der Jahrhunderte war Spanien eine Brücke für humanistische Ideen zwischen
verschiedenen Zivilisationen. Während des Mittelalters war Spanien ein Zen-
trum wissenschaftlichen, technologischen und kulturellen Fortschrittes, aus
dem große Denker hervorgingen, wie Raimundus Lullus, Alfons X. der Weise
und Al-Farabi – wahre Platoniker, die das erhabene Bild des schöpferischen
Menschen im physischen Universum verbreiteten. Lullus und Alfons X., die die
Werke Platons aus dem Arabischen ins Lateinische und in Volkssprachen wie
das Kastilische und Katalanische übersetzten, hatten unmittelbaren Einfluß auf
die Begründer der goldenen Renaissance in Europa wie Nikolaus von Kues
und Dante Alighieri, und haben gleichermaßen das Denken von Gottfried
Wilhelm Leibniz geformt, der die Wissenschaft der physischen Ökonomie
begründete.
Spaniens Beitrag war es, den Weg für die Entdeckung des amerikanischen
Kontinentes zu eröffnen. Es trug auch dazu bei, die amerikanische Republik zu
gründen, deren Unabhängigkeitserklärung und Verfassung auf den cusani-
schen und Leibnizschen Renaissance-Prinzipien beruhen.
Spanien ist in seinen großen Momenten immer eine Brücke gewesen, die
verschiedene Kulturen einte, ein Land, in dem sich eine wahre, wenn auch nur
kurze Ökumene zwischen den drei monotheistischen Religionen entwickeln
konnte, wie dies in der Übersetzerschule von Toledo zum Ausdruck kam.
Heute, im 21. Jahrhundert, kann Spanien wieder eine Brücke der Weltland-
brücke nach Asien, Afrika und Amerika werden. Die spanische Regierung hat
bereits einen ersten Schritt getan, um sich dem Win-Win-Paradigma anzu-
schließen, das China mit der Neuen Seidenstraße anbietet.
Die eigentliche Diskussion über Abspaltung, die in Spanien geführt werden
sollte, sollte nicht die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien sein – die nur
dem geopolitischen Great Game der City von London und der Wall Street in die
Hände spielt –, sondern die Trennung Spaniens von dem bankrotten und
skrupellosen System der Troika, das Millionen junge Spanier ihrer Zukunft
beraubt hat. Ein vereinigtes Spanien muß seine Unabhängigkeit erklären, seine
nationale Souveränität wiedererlangen und sich voll und ganz der Neuen
Seidenstraße anschließen. Das ist das Gebot der Stunde.
Quelle und gesamter Artikel: http://bueso.de/content/erkl%C3%A4rung-der-spanischen-
larouche-bewegung-zum-referendum-katalonien