Geschichte von Kuba
Kuba und die dort lebenden Arawak gerieten in der ersten Hälfte des 16.
Jahrhunderts unter spanische Kontrolle. Innerhalb weniger Jahrzehnte wur-
den die indigenen Völker durch Gewalt und Krankheit praktisch ausgerottet.
Für den sehr arbeitsintensiven Zuckerrohranbau kauften sich die spanischen
Pflanzer im 17. und 18. Jahrhundert zehntausende Sklaven, vorwiegend aus
Westafrika.
Unabhängigkeitskampf
Die Kämpfe der Kolonie um Unabhängigkeit begannen 1868 und dauerten
mit Unterbrechungen bis zum Abzug der Spanier im Jahr 1898 an, als die
USA intervenierten (Spanisch-Amerikanischer Krieg). Im Zehnjährigen
Krieg (1868–1878) und im Kleinen Krieg (1878–1879) um die
Unabhängigkeit scheiterten die Kubaner noch.
Am 10. Dezember 1898 erklärte Spanien im Friedensvertrag von Paris 
den Verzicht auf Kuba und die Philippinen. Zuvor kämpften der kubani-
sche Nationalheld José Martí und die Oberbefehlshaber Máximo
Gómez und Antonio Maceo im Unabhängigkeitskrieg seit 1895 mit einer
sehr kleinen Armee gegen über 200.000 Spanier.
Intervention der USA
Nach dem Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges besetzten die USA
die Insel, bis sie schließlich 1902 die formale Unabhängigkeit erlangte. Die
Souveränität war bis 1934 jedoch durch das Platt Amendment einge-
schränkt, das den USA bei Beeinträchtigung US-amerikanischer Interessen
ein jederzeitiges Interventionsrecht in Kuba gab.
Ein Überrest dieser US-amerikanischen Sonderrechte ist der gegen den
erklärten kubanischen Willen noch heute von den USA aufrechterhaltene
Marinestützpunkt Bahía de Guantánamo (Guantánamo Bay), dessen
Militärgefängnis infolge der Terroranschläge am 11. September 2001
internationale Bekanntheit erlangte.
Kubanische Revolution
Anfang 1959 stürzten die kubanischen Revolutionäre unter der Führung von
Fidel und Raúl Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto
Guevara, genannt Che, den kubanischen Diktator Fulgencio Batista und
errichteten ab 1961 (Deklaration von Havanna) einen sozialistischen Staat.
Die damit verbundenen Enteignungen von US-Firmen und US-Bürgern
führten zu einem dauerhaften Embargo der USA und weiterer westlicher
Staaten gegen Kuba. Kuba suchte und fand Unterstützung bei den sozialisti-
schen Staaten Osteuropas, insbesondere der damaligen Sowjetunion.
Aufgrund der strategischen Lage Kubas eskalierte 1962 der Konflikt
zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise.
Noch heute leidet Kuba unter wirtschaftlichen Sanktionen und ist als eines
von wenigen Ländern nicht Mitglied in supranationalen Bündnissen.
In mehreren Flüchtlingswellen verließen tausende Kubaner ihre Heimat, von
denen sich ein Großteil in Florida, insbesondere in Miami (siehe Little
Havana), ansiedelte.
Nach dem politischen und wirtschaftlichen Ende von Kubas wichtigsten
Handelspartnern und Geldgebern (Sowjetunion und übrige RGW-Staaten)
zu Beginn der 1990er-Jahre erlebte Kuba eine schwere Wirtschafts-
krise, die 1993 ihren Höhepunkt erreichte.
Hatte Kuba zuvor fast seine gesamte Zuckerernte in die sozialistischen
Staaten Osteuropas verkauft und im Gegenzug zwei Drittel seiner Nahrungs-
mittel, fast das gesamte Öl und 80 Prozent seiner Maschinen und Ersatzteile
von dort bezogen, so waren auf einmal 85 Prozent seines Außenhandels
weggebrochen. Die Industrie und das Transportwesen kamen wegen Öl-
mangels zum Erliegen und infolge drastischer Nahrungsmittelrationierungen
kam es erstmals seit vielen Jahren zu Unterernährung auf der Insel.
1992 beschloss die Regierung, als Ersatz für den verlorengegangenen
Außenhandel die Tourismusindustrie zu entwickeln. Unter der Führung
von Carlos Lage wurde die Wirtschaft dezentralisiert und Marktwirtschaft
und Devisenhandel in einigen Nischen zugelassen. Joint-Venture-Geschäfte
im Bereich des Tourismus, die Zusammenarbeit mit neuen Außenwirt-
schaftspartnern (unter anderem Spanien, Italien, Kanada, Brasilien, Volks-
republik China, Venezuela), die Entdeckung von neuen Ölvorkommen und
die Vermarktung der bedeutenden Nickelvorkommen trugen zur Stabili-
sierung der kubanischen Wirtschaft bei. Allerdings entstanden auch soziale
Disparitäten.
Nachdem durch die notwendig gewordene Wiedereingliederung Kubas in
den karibischen Wirtschaftsraum ein gewisser wirtschaftlicher Aufschwung
zu verzeichnen war, führten die Hurrikans von 2008, die sich zeitlich mit
dem Höhepunkt der globalen Wirtschaftskrise überschnitten, zu einer
erneuten Verschärfung der Krise.
Die kubanische Bevölkerung spricht von ihr seitdem als der segunda crisis
de los 90 (zweiten Krise der 90er). Nachdem die schon 2006 angekündigten
Wirtschaftsreformen fünf Jahre später von der kubanischen Nationalversam-
mlung als neue „Leitlinien der Wirtschafts- und Sozialpolitik“ (lineamien-
tos de la política económica y social) gebilligt worden sind, werden in
Kuba Maßnahmen zur Erreichung eines stabilen Wachstums ergriffen.
Im Jahr 2012 ist die Versorgungskrise aus den Jahren um 2008 überwunden.
Die Atmosphäre ist laut dem Spiegel-Korrespondenten Jens Glüsing „offe-
ner und entspannter“, der wirtschaftliche Aufschwung sei überall zu spüren.
Die inflationsbereinigten Gehälter erreichten 2011 jedoch weiterhin ledig-
lich 51 % des Wertes von 1989.
Im Mai 2013 bestätigte der FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva in
einem Gespräch mit Raúl Castro, dass Kuba das 1996 beim Weltgipfel der
FAO in Rom definierte Ziel der Halbierung der Zahl der unterernährten
Personen vorzeitig erreicht habe. Kuba befindet sich unter den 16 Ländern,
die weltweit bei der Bekämpfung des Hungers die größten Fortschritte
vorzuweisen hätten.
Außenpolitik
Trotz des Embargos sind die USA inzwischen ein wichtiger Handelspartner
Kubas, bei den Importen liegen sie inzwischen an sechster Stelle. Der kuba-
nische Staat importiert jährlich Nahrungs- und Futtermittel im Wert einer
halben Milliarde Dollar aus den USA.
Durch Geldsendungen exilkubanischer Gemeinden in den USA an ihre
Familienangehörigen fließen der kubanischen Volkswirtschaft jährlich ca.
eine Milliarde US-Dollar zu, was in etwa den Einnahmen der kubanischen
Tourismusindustrie entspricht. Frühere, zuletzt von Präsident George W.
Bush abgesenkte Obergrenzen für Geldsendungen von US-Bürgern an
direkte Familienangehörige in Kuba wurden 2009 von Präsident Obama
aufgehoben.
Die US-Regierung unterstützt auch Teile der Opposition in Kuba, so war für
das Jahr 2006 15 Millionen US-Dollar im Haushalt für die Unterstützung
von kubanischen Oppositionsgruppen und exilkubanischen Organisationen
in Miami vorgesehen (Quelle: USAID Kuba-Programm), die zum Teil
unmittelbar von der US-amerikanischen Interessenvertretung in Havanna an
die Zielorganisationen ausgezahlt werden oder über die Exilorganisationen
in Miami verteilt werden.
Im Jahr 2014 wurde bekannt, dass die USA zwischen 2010 und 2012 mittels
des Mikroblogging-Dienstes ZunZuneo versuchten, ein von der kubanischen
Regierung nicht kontrolliertes Kommunikationsnetzwerk aufzubauen, das
langfristig auch als Werkzeug zur Koordination regierungsfeindlicher
Aktionen geplant war. 
Im Dezember 2014 wurde eine neue Phase der bilateralen Beziehungen
eingeleitet. Man vereinbarte einen Gefangenenaustausch unter anderem
zwischen dem USAID-Mitarbeiter Alan Gross und den drei noch
verbliebenen Miami Five. Des Weiteren wurde eine Neuaufnahme der
diplomatischen Beziehungen angekündigt.
Ende Mai 2015 gab man bekannt, dass die USA in Havanna in Kürze eine
Botschaft eröffnen werden. Kuba wird von der Liste der Terrorismus
unterstützenden Staaten gestrichen, auf der es bislang stand. Damit entfallen
zahlreiche Sanktionen gegen das Land.
Am 20. Juli 2015 nahmen beide Länder wieder offizielle diplomatische
Beziehungen auf. Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Havanna wurde
am 14. August 2015 offiziell wieder eröffnet. Seit dem 17. September hat
Kuba mit dem bisherigen Leiter der kubanischen Interessenvertretung
wieder offiziell einen Botschafter in den USA.
US-Botschaft in Havanna wurde
am 14.8.2015 wieder eröffnet
Raúl Castro und Barack
Obama, März 2016
Quelle: Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Kuba)
    (dort gibt es weitere Quellenangaben) Stand Dez.2016
Fidel Castro und Che
Guevara in Havanna,
1961