Die Löhne und vor allem die Renten gelten für die Masse der Kubaner als sehr
gering, so dass die meisten sich bemühen müssen, im informellen Sektor etwas
dazu zu verdienen oder aus der Produktion ihrer Betriebe zu stehlen.
Innerkubanischen Berechnungen zufolge benötigte eine kubanische Durch-
schnittsfamilie im Jahr 2002 rund das Doppelte ihres regulären Einkommens
zum Überleben.
Auch Kubas Präsident Raúl Castro bemerkte 2007 in einer Rede, dass das Gehalt
eines Kubaners klar unzureichend sei, um sämtliche Notwendigkeiten des täg-
lichen Lebens zu erfüllen.
Das durchschnittliche Monatseinkommen für Berufstätige stieg von 2011 bis 2016
gemäß offiziellen Angaben von 455 Pesos auf 640 Pesos pro Monat, d. h. von rund
19 US-Dollar auf 26 US-Dollar. Dabei profitierte vor allem medizinisches Perso-
nal von kräftigen Lohnerhöhungen.
Die Mindestrente für Berufstätige betrug 2005 etwa 150 Pesos (ca. 7 US-Dollar)
je Monat. Kubaner, die nicht von regelmäßigen Dollar-Überweisungen ihrer Ver-
wandten aus dem Ausland profitieren, was auf mehr als die Hälfte der Bevölker-
ung zutrifft, sind von Armut bedroht.
Es existiert eine Art Bezugsscheinsystem, Libreta genannt, das den ratio-
nierten Bezug von subventionierten Waren, hauptsächlich Lebensmittel erlaubt.
Diese reichen jedoch nur für ca. 10 bis 14 Tage eines Monats. Der Rest des täg-
lichen Bedarfs muss auf dem freien Markt oder sogar in Devisenläden gekauft
werden, was aber bei einem Durchschnittseinkommen von umgerechnet ca. 15
Euro je Monat äußerst schwierig ist.
Im jährlich herausgegeben Index der menschlichen Entwicklung (HDI) belegt
Kuba regelmäßig vergleichsweise gute Werte. Nachdem das Land im Jahr 2010
wegen unzureichender Angaben zur Kaufkraftparität vorübergehend nicht
gelistet wurde, belegte es 2014 Platz 44 auf dem Index und lag damit gleichauf
mit Bahrain und noch vor Kuwait. Der schlechteste EU-Staat, Bulgarien, ran-
gierte zwei Plätze hinter Kuba auf Platz 58.
In Lateinamerika nahm Kuba 2012 hinter Chile und Argentinien (Platz 40 und
45) den fünften Platz ein. Insbesondere im Bereich der Bildung und Gesundheit
konnte Kuba Erfolge vorweisen. Außerdem hat Kuba demzufolge im Vergleich
zum Rest Lateinamerikas und Teilen der restlichen Welt eine niedrigere Kinder-
sterblichkeitsrate (nur 4,9 von 1000 Kindern sterben), höhere Lebenserwartung
(79,3 Jahre – 4,6 Jahre mehr als durchschnittlich in Lateinamerika) und prak-
tisch keinen Analphabetismus.