Kuba (spanisch Cuba , amtliche Bezeichnung República de Cuba)
ist ein Inselstaat in der Karibik. Er grenzt im Nordwesten an den Golf
von Mexiko, im Nordosten an den Atlantischen Ozean und im Süden an
das Karibische Meer. Hauptstadt des Landes ist Havanna, die größte Metropole
der Karibik.
Kolumbus nannte die Insel bei ihrer Entdeckung zunächst Juana nach dem
Prinzen Don Juan. 1515 ordnete dessen Vater Fernando II., König von Spanien,
die Umbenennung nach Fernandina an. Nach ihm war bisher nur eine Insel der
Bahamas (heute: Long Island) benannt.
Der Name „Cuba“ stammt wahrscheinlich aus der Sprache der Kariben oder der
Taíno. Die Wörter „coa“ (Ort) und „bana“ (große) bedeuten so viel wie „großer
Platz“. Kolumbus schrieb, er sei an einem Ort gelandet, den die indigenen Ein-
heimischen „Cubao“, „Cuban“ oder „Cibao“ nannten. Diese bezogen sich offen-
sichtlich auf eine Bergregion in der Nähe des Landungsortes im Osten Kubas.
Der Archipel gehört zu den Großen Antillen. Es besteht neben der gleichnamigen
Hauptinsel Kuba, der größten der Karibik, aus der Isla de la Juventud (früher
Isla de Pinos) und rund 4195 kleineren und kleinsten Inseln mit einer Gesamt-
fläche von 110.860 km².
Die maximale Ausdehnung der Hauptinsel beträgt von West (Cabo San Antonio)
nach Ost (Punta Maisí) 1250 Kilometer. Die schmalste Nord-Süd-Ausdehnung
beträgt 31 Kilometer. Der Abstand zum amerikanischen Festland beträgt 154
Kilometer nach Key West (USA) und 210 Kilometer nach Yucatán (Mexiko).
Da die Umrisse entfernt an ein Krokodil erinnern, wird Kuba auch gern als der
„grüne Kaiman“ (spanisch: caimán verde) bezeichnet.
Die kubanischen Feuchtwälder sind eine Ökoregion tropischer Regenwälder auf
Kuba und der Isla de la Juventud.
Der höchste Punkt ist der Pico Turquino (1974 m ü. NN) in der Sierra Maestra.
Die Hauptstadt Havanna ist mit circa zwei Millionen Einwohnern die größte
Stadt Kubas, gefolgt von Santiago de Cuba, Camagüey und Holguín.
Im Südosten der Insel, an der Guantánamo-Bucht, befindet sich die Guanta-
namo Bay Naval Base, ein Marinestützpunkt der US-Marine. Rechtsgrundlage
ist ein Vertrag von 1934, dessen Gültigkeit zwischen Kuba und den USA strittig
ist.
Das Klima ist tropisch und wird vom Nordostpassat geprägt. Es gibt eine
trockenere Jahreszeit von November bis April und eine regnerische Jahreszeit
von Mai bis Oktober.
Kuba liegt im Einzugsgebiet von tropischen Wirbelstürmen, die sich jährlich
von Juni bis November über dem Atlantik und in der Karibik bilden. Nicht selten
trifft dabei ein schwerer Hurrikan kubanisches Festland und richtet schwere
Verwüstungen an, welche das wirtschaftlich schwache Kuba besonders hart
treffen. Insbesondere die meist in Leichtbauweise errichteten Privathäuser sind
den starken Winden schutzlos ausgeliefert. Jedoch besitzt Kuba einen sehr gut
funktionierenden Katastrophenschutz, so dass es, im Gegensatz zu den Nachbar-
inseln, selten zu einer größeren Anzahl von Todesfällen kommt.
Die Hurrikansaison 2008 mit drei schweren Hurrikanen, die Kuba trafen, –
Gustav, Ike und Paloma – war eine der schlimmsten Naturkatastrophen in den
letzten 50 Jahren. Es wurden hunderttausende Wohnungen zerstört, die Infra-
struktur stark beschädigt und große Teile der Ernten vernichtet. Die Gesamt-
schäden werden auf um die zehn Milliarden US-Dollar geschätzt, rund zwanzig
Prozent des kubanischen Bruttoinlandsproduktes von 2007. Sieben Menschen
kamen ums Leben.
Der mit Abstand größte Ballungsraum in Kuba und der ganzen Karibik ist
Havanna mit einer Einwohnerzahl von 2.581.619 (Stand 1. Januar 2005). Damit
konzentriert sich ein Viertel der Bevölkerung des Landes in der Hauptstadt-
region.
Auf Kuba leben etwa 11,16 Millionen Menschen, davon über zwei Millionen in
der Hauptstadt Havanna. Insgesamt leben 76,8 Prozent der Kubaner in städti-
schen Gebieten. Die Inselbevölkerung wuchs in der Vergangenheit kontinuierlich
um eine Million Menschen je Jahrzehnt. Ursachen für das hohe Bevölkerungs-
wachstum sind die hohe Lebenserwartung und die mit 4,9 Fällen je 1000
Geburten geringe Kindersterblichkeit.
Aufgrund zurückgehender Geburtenrate (1,5 Kinder pro Frau) und Emigration
hat sich die Bevölkerungsentwicklung inzwischen verlangsamt.
Durch ein spanisches Gesetz, das Ley de Memoria Histórica (Gesetz des Histori-
schen Gedenkens), von dem Kinder und Enkel von Flüchtlingen des Spanischen
Bürgerkrieges profitieren, haben 150.000 bis 200.000 Kubaner das Anrecht auf
die spanische Staatsbürgerschaft.
1992 wurde Kuba durch Verfassungsänderung von einem atheistischen Staat zu
einem säkularen, wodurch Gläubigen die Mitgliedschaft in der Kommunistischen
Partei (PCC) ermöglicht wurde.
Als Kubas Hauptreligionen gelten der Katholizismus und die Santería, eine
Mischreligion (Synkretismus). Sie basiert auf der traditionellen Religion der
westafrikanischen Yoruba und ist stark mit christlichen Elementen vermischt.
Als unpolitische und unorganisierte Form der Religionsausübung erhält die
Santería seit einigen Jahren eine staatliche Förderung. Schätzungen zufolge sind
etwa 35 Prozent der Kubaner katholisch getauft, darunter auch viele Santería-
Anhänger. Nach Angaben des Vatikans seien 60 Prozent der Bevölkerung
Katholiken.
Schutzpatronin Kubas ist die Virgen de la Caridad del Cobre (Barmherzige
Jungfrau von El Cobre), die in der Santería auch für die Göttin der Flüsse und
der Liebe Ochún steht.
Neben der katholischen Kirche sind in den letzten Jahren zahlreiche kubanisch-
protestantische Gemeinden entstanden, auch mehr als 96.000 Zeugen Jehovas
werden inzwischen gezählt. Bereits seit 1492 gibt es das Judentum in Kuba, etwa
1500 Kubaner zählen sich dazu.
Kuba gilt in der Politikwissenschaft als bürokratisch-autoritärer Staat. Gewal-
tenteilung existiert hier faktisch nicht. Gemäß der marxistisch-leninistischen
Ideologie der herrschenden Kommunistischen Partei Kubas handelt es sich um
deren positiv besetzte Ausprägung einer Diktatur des Proletariats. Da der Bevöl-
kerung keine Auswahlmöglichkeiten über eventuelle politische Alternativen zur
Verfügung stehen, kann über die Zustimmungsrate nur spekuliert werden.
Gemäß der Verfassung ist die führende Rolle im Staate der Kommunistischen
Partei Kubas (Partido Comunista de Cuba) zugewiesen, welche sie gemeinsam mit
den Massenorganisationen ausübt. Sie versteht sich als Avantgarde der kubani-
schen Nation. Andere Parteien sind nicht zugelassen.
Viele bürgerliche und politische Rechte, insbesondere die auf freie Meinungs-
äußerung, Presse-, Vereinigungs-, Versammlungs- und Bewegungsfreiheit,
werden massiv beschnitten. Es gibt keine unabhängige Gerichtsbarkeit.
Menschenrechtsvereinigungen sind nicht zugelassen.
Die kubanische Verfassung garantiert viele Grundrechte, etwa die Kunstfreiheit,
die Meinungsfreiheit und die Religionsfreiheit, nur mit der Einschränkung, dass
ihre Ausübung nicht gegen die Revolution oder die sozialistischen Ziele gerichtet
sein darf.
Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und
Amnesty International dokumentieren insbesondere die politisch motivierte
Verhaftung und Verurteilung von Regierungskritikern ...
Die sozialen Menschenrechte sind in Kuba teilweise gut umgesetzt. So gilt zum
Beispiel das Recht auf Bildung für die Region als vorbildlich, ebenso die Gesund-
heitsversorgung.
Der allgemeine Lebensstandard ist hingegen, gemessen nach dem Standard
industrialisierter Länder, auf niedrigem Niveau. Dies betrifft vor allem die
Wohnsituation und die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs.
Daran trage laut Amnesty allerdings auch das US-Embargo gegen Kuba eine
Mitschuld, siehe ...
Der internationale Programmkoordinator des Bevölkerungsfonds der UNO
(UNFPA) in Kuba, Jesús Robles, hat im Juli 2011 die Arbeit der kubanischen
Regierung bei der Förderung und dem Schutz von Frauen, Jugendlichen und
Kindern hervorgehoben. Der Staat garantiert Müttern einen Mutterschafts-
urlaub mit Lohnausgleich und dem Recht zur anschließenden Rückkehr in den
Beruf. Eltern von Neugeborenen bekommen für das erste Jahr pro Monat einen
voll bezahlten Tag freigestellt, um die Gesundheit des Kindes in der Kinderklinik
zu überprüfen.
Eines der obersten Ziele der Revolution war die Gleichberechtigung von
Mann und Frau. Im Jahr 1953 gingen 13,9 % der Frauen einer Arbeit nach, im
Jahr 1980 waren es 31,1 %, im Jahr 2008 bereits 38 %. Der Frauenanteil bei
technischen Berufen beträgt 65,7 %, der Anteil an weiblichen Führungskräften
39,1 %. 65 % der Hochschulabsolventen sind weiblich. Dennoch gibt es auch hier
einen Unterschied zwischen offiziellem Regierungsdiskurs und gelebter Praxis,
siehe ...
Die auf der Insel lebenden Eingeborenen (Arawak) gerieten im 16. Jahrhundert
unter spanische Kontrolle. Im Zuge von Unabhängigkeitskämpfen wurde der
Inselstaat schließlich 1898 frei. Anfang 1959 stürzten dann die kubanischen
Revolutionäre unter Führung von Fidel und Raúl Castro den kubanischen
Diktator F.Batista und errichteten ab 1961 einen sozialistischen Staat. Die damit
verbundenen Enteignungen von US-Firmen und US-Bürgern führten zu einem
dauerhaften Embargo der USA, siehe ...