Die Partiya Yekitîya Demokrat (dt. „Partei der Demokratischen Union“, Kürzel
PYD, arabisch þحزب الاتحاد الديمقراطيý ) ist eine kurdische Partei in Syrien und
Mitglied der syrischen Oppositionsgruppe “Nationales Koordinationskomitee für
Demokratischen Wandel”.
Laut Satzung ist die PYD mit ihrer eigenen organisatorischen Identität Teil der
“Union der Gemeinschaften Kurdistans” in Westkurdistan (Rojava)
und betrachtet Abdullah Öcalan als ihren Führer, den Kongra Gel akzeptiert die
Partei satzungsgemäß als höchste legislative Gewalt in Kurdistan.
Die Partei gilt daher als der PKK nahestehend. Die Vorsitzenden Salih Muslim und
Asya Abdullah bestreiten hingegen jegliche Beziehung zur PKK, bis auf eine
ideologische Nähe.
Die Partei wurde im Jahre 2003 gegründet und verfügt über keine legale Organi-
sationsstruktur in Syrien. Ihre Ideologie entspricht dem Demokratischen Kon-
föderalismus.
Hauptanliegen ist die Lösung der Kurdenfrage. Ihre Hauptforderungen sind laut
Parteiprogramm unter anderem die Achtung der Menschenrechte, Freilassung
politischer Gefangener, Meinungsfreiheit und die Abschaffung der Todesstrafe.
Rolle im syrischen Bürgerkrieg
Im Zuge des Arabischen Frühlings 2011 kam es ab März 2011 auch in Syrien zu
Demonstrationen und Unruhen, die in den syrischen Bürgerkrieg mündeten.
Die kurdischen Gebiete blieben größtenteils von den Kämpfen zwischen Freier
Syrischer Armee und den Streitkräften Syriens verschont. Die PYD organisierte
dort lokale Räte, Selbstverteidigungseinheiten und eröffnete Kultur- und
Sprachschulen. Obwohl es zuweilen zu Zusammenstößen zwischen PYD- und
baathistischen Einheiten kam, wurden die kulturellen Aktivitäten der PYD kaum
behindert. Ihre Gegner werten dies als Beweis für eine verdeckte Zusammenarbeit
zwischen PYD und Baathisten, die PYD verweist auf die Schwächung der
syrischen Staatsorgane.
Zum Schutz dieser Gebiete gründete die PYD am 26. Oktober 2011 die
Volksverteidigungseinheiten (YPG). Nach dem Abzug großer Teile des syrischen
Militärs aus den kurdischen Gebieten zugunsten einer Mobilisierung gegen die
FSA im Juli 2012 konnte die PYD mithilfe der YPG verschiedene kurdische Städte
in Nordsyrien unter ihre Kontrolle bringen.
Der Gründung des Hohen Kurdischen Komitees vorangegangen waren wachsende
Spannungen zwischen dem KNR und der PYD und die damit verbundene Absicht,
eine gemeinsame Linie zu finden. Daraufhin trafen sich Vertreter syrisch-kurdi-
scher Parteien im Juli 2012 unter der Schirmherrschaft Masud Barzanis im nord-
irakischen Arbil. Am Ende des Treffens einigten sich die Seiten darauf, nicht
gegeneinander vorzugehen und das Hohe Kurdische Komitee zu gründen, um über
die weitere Strategie der kurdischen Organisationen zu bestimmen.
Nach einer Konferenz Mitte November 2013 in Qamischli beschloss die PYD
zusammen mit anderen Gruppierungen am 12. November eine Übergangs-
verwaltung aufzustellen, um den durch den Krieg entstandenen Missständen in
Verwaltung und Versorgung der Bevölkerung zu begegnen.
Die Türkei steht einer Machtpräsenz der Kurden oder der PYD in Nordsyrien
kritisch gegenüber. Sie lehnt eine kurdische Autonomie in Syrien ähnlich der
Autonomen Region Kurdistan im Irak ab.
Da die PYD seit Juli 2012 weite Teile der kurdischen Gebiete kontrolliert, erhöhte
die Türkei im Herbst 2012 ihre Militärpräsenz im syrisch-türkischen Grenzgebiet.
Das türkische Außenministerium gab an, es werde die Präsenz von "Terror-
gruppen", sei es die "PKK" oder "al-Qaida", entlang ihrer Grenze nicht dulden.
Die PYD hingegen beschuldigt die Türkei al-Qaida-nahe dschihadistische
Rebellengruppen wie die al-Nusra-Front über die türkische Grenze in kurdisch-
syrische Gebiete einsickern zu lassen, um die kurdischen Gebiete in Syrien zu
destabilisieren.
Im Oktober 2012 drohte der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdoðan von
der PYD kontrollierte Gebiete bombardieren zu lassen, wenn die PYD diese
Gebiete der PKK für "terroristische Aktivitäten" überlassen sollte.
Der Parteivorsitzende der PYD Salih Muslim wiederholte Anfang Dezember 2012
indes seine Bereitschaft für "gute Beziehungen zur Türkei". Der Vorsitzende der
Nationalkoalition für Oppositions- und Revolutionskräfte Moas al-Chatib erklärte
im März 2013, dass die Türkei sowie die PYD bereit seien miteinander zu
verhandeln und er zwischen ihnen vermitteln könnte. Im Juli 2013 reiste Salih
Muslim schließlich auf Einladung des türkischen Außenministeriums in die Türkei
und führte dort direkte Verhandlungen mit den türkischen Behörden.
Im Zusammenhang mit der Schlacht um Kobanê äußerte der türkische Präsident
Recep Tayyip Erdoðan, am 19. Oktober 2014, die PYD sei eine Terrororganisation
wie die PKK (was angesichts der Fakten jeder Grundlage entbehrt ...!! Darüber hinaus sollte
man bedenken, dass die PKK durch die jahrzehntelange massive Unterdrückung der Kurden
in der Türkei entstanden ist)
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie
dort gibt es weitere Quellenangaben