Arbil (Erbil)
Arbil oder Erbil (kurdisch Hewlêr / ‏ھەولێر‎, arabisch ‏أربيل‎, DMG Arbīl, syrisch-
aramäisch:  Arbela) ist die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements Arbil
und Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Arbil liegt 80
km östlich von Mosul. Die Zitadelle von Arbil gilt als die älteste kontinuierlich
bewohnte Siedlung der Welt, im Juni 2014 wurde ihr von der UNESCO der Status
eines Weltkulturerbes verliehen.
Begünstigt durch die stabile Sicherheitslage und als Standort des Regional-
parlaments wurden in Arbil einige Auslandsvertretungen eröffnet. Länder, die in
Arbil eine diplomatische Vertretung haben, sind unter anderem die USA,
Russland, Iran, Großbritannien, Frankreich, Südkorea und Deutschland. Im
November 2007 eröffnete die UNO ein Büro in Arbil. Bürgermeister ist Nihad
Latif Kodscha, der 23 Jahre in Deutschland im Exil war.
Arbil besteht aus einer Unterstadt in der Ebene am Fluss und der Kernstadt auf
dem Siedlungshügel, in dessen Mitte ein osmanisches Fort thront.
Bevölkerung
Die Einwohnerzahl der eigentlichen Stadt Arbil betrug 808.600 (OCHA 2009), die
Einwohnerzahl des Distriktes Arbil beträgt 1.115.890 (OCHA 2009). Schätzungen
neueren Datums gehen jedoch von bis zu 2 Millionen Einwohnern aus .
Die überwiegende Mehrheit besteht aus Kurden; zu den Minderheiten zählen
Chaldo-Assyrer, Araber und Turkmenen. Außerdem leben, bedingt durch den
Bauboom, zahlreiche Arbeiter türkischer Firmen in der Stadt. Die Einwohnerschaft
besteht überwiegend aus Muslimen. Die Chaldo-Assyrer leben größtenteils im
Vorort Ankawa. Dort besteht eine chaldo-assyrische Gemeinde mit über 40.000
Mitgliedern.
Geschichte
Arbil zählt zu den ältesten durchgehend besiedelten Städten der Welt. Das Alter
der Stadt wird auf mehr als 4300 Jahre geschätzt. In der Ur-III-Zeit hieß der Ort
Urbilum, bis in die Altbabylonische Zeit Urbel, die Assyrer nannten ihn Arbail.
Andere Forscher führen den Namen auf das Akkadische arba’ū ilū (Vier Götter)
zurück. Bereits unter Aššur-reš-iši I. war die Stadt das Ziel assyrischer Feldzüge.
Die Stadt war lange Zeit ein religiöses Zentrum für die Göttin Ischtar (Astarte). 
Während des Mittelalters wurde Arbil zu einer wichtigen Station auf der
Handelsstraße zwischen Mosul und Bagdad. Nachdem die Sassaniden durch die
Araber besiegt worden waren, wurde das Gebiet muslimisch. Jahrhunderte später
eroberte Imad ad-Din Zengi 1131 die Stadt. Von 1145 bis 1233 war Arbil
Hauptstadt der Begteginiden oder Atabegs von Arbil. Einer dieser lokalen
Herrscher, Muzaffar ad-Din Gökböri, hinterließ viele soziale Einrichtungen wie
Waisenhäuser.
Neuzeit
Arbil wurde im ersten Golfkrieg leicht beschädigt. Die Einwohner litten bis 1991
unter Saddam Husseins Regierung. Nach dem Rückzug von Saddam 1992 wurde
das erste freie kurdische Parlament in Arbil gewählt. Es gab bis 1996 gewalttätige
Auseinandersetzungen zwischen der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP)
und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK). Seit 1996 wird Arbil von der KDP
verwaltet.
Seit dem Irakkrieg 2003 gab es in Arbil und im kurdisch verwalteten Nordirak nur
einzelne Anschläge. Der mit 109 Toten schwerste ereignete sich am 1. Februar
2004. Im Mai 2005 starben bei einem Anschlag 45 Menschen.
Am 4. Juni 2005 trat erstmals das kurdische Regionalparlament zusammen, am
12.Juni 2005 wurde Masud Barzani zum Präsidenten der Autonomen Region
Kurdistan im Irak ernannt.
Klima
Das Klima in Arbil ist heiß. Im Sommer reichen die Temperaturen bis 42 Grad
Celsius, wohingegen die Niederschläge in den Monaten Juni bis September
ausbleiben.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die wirtschaftliche Stellung Arbils im Irak war über Jahrzehnte unbedeutend.
Gründe waren die Politik Saddam Husseins, die Operationen und Massaker der
irakischen Armee, sowie die Folgen der Aufstände nach dem zweiten Golfkrieg
und des anschließenden Bürgerkriegs zwischen den kurdischen Fraktionen.
Dies änderte sich schlagartig mit dem Dritten Golfkrieg: Da in den anderen Teilen
des Irak Terroranschläge von Baathisten und Islamisten an der Tagesordnung sind,
weichen immer mehr Unternehmen nach Arbil aus. Dies hat zu einer regen
wirtschaftlichen Aktivität in Arbil geführt sowie zu einer starken Zunahme der
Bevölkerungszahlen (2003: ca. 700.000; 2010 über 1 Million; 2014 ca. 1.400.000).
Im November 2009 wurde feierlich von Premierminister Barham Salih, die neue
Majidi Mall eröffnet, erstmals sind auch internationale Unternehmen vertreten.
Arbil hat Funktionen übernommen, die früher Amman in Jordanien hatte, z.B. als
Messestandort und als Ort für große Konferenzen. Seit Februar 2010 gibt es ein
deutsches Wirtschaftsbüro, das deutschen Firmen hilft.
Luftverkehr
Am Flughafen Arbil bestehen Linienflugverbindungen zu Zielen in Europa und
dem Nahen Osten. Im Jahr 2012 nutzten 947.600 Passagiere den Flughafen.
Downtown Erbil
Im Jahre 2013 verkündete Emaar Properties, das größte Immobilienunternehmen
der Vereinigten Arabischen Emirate, den Bau und die Planung von Downtown
Erbil nach dem Vorbild von Downtown Dubai. Die zukünftige Innenstadt, mit
einer Fläche von 541.000 m², soll für Wohnungen, Hotels und ein Einkaufs-
zentrum genutzt werden.
Erbil Media Center
Ein weiteres Großprojekt ist der Bau eines 1,6 Milliarden US-Dollar teuren
Medienzentrums nach dem Vorbild der Dubai Media City (voraussichtliche
Fertigstellung: 2009).
Gulan Street
Weiterhin werden breite Ringstraßen angelegt, die die weitere Stadtentwicklung
anregen sollen. Den Schwerpunkt der heutigen Stadtentwicklung bildet die Gulan
Street, noch vor fünf Jahren eine Landstraße und Umgehungsstraße um Arbil. Sie
führt von der Hauptstraße Arbil–Mossul über etwa 6 Kilometer zur Hauptstraße
Arbil–Schaqlawa und ist mittlerweile von diversen Villenvierteln, Einkaufszentren
und Hochhäusern geprägt. Die inzwischen vierte Ringstraße ist nach Qazi
Mohammed benannt, dem ersten Präsidenten der Republik Mahabad; die
Umgebung dieser Straße ist bereits zu weiten Teilen zur Bebauung freigegeben.
Bildung
In Arbil gibt es viele internationale Bildungseinrichtungen, darunter befinden sich
US-amerikanische, britische, türkische und französische Schulen und Universi-
täten. Die älteste Universität der Stadt und zugleich auch der Autonomen Region
Kurdistan ist die Salahaddin Universität. Sie hat seit 1981 ihren Sitz in Arbil.
Im September 2010 wurde in Arbil eine deutsche Schule mit zunächst fünf Klassen
sowie einem Kindergarten und Vorschule eröffnet.
Auch an 14 kurdischen Schulen der Provinzen Erbil, Dohuk und Suleimanija wird
Deutschunterricht angeboten, finanziert vom Auswärtigen Amt, betreut vom
Goethe-Institut.
Kurdische Rückkehrer aus Europa, Australien, den USA und Kanada werden
immer zahlreicher. In den Ministerien der Regionalregierung herrscht ein
Sprachengewirr wie sonst wohl kaum auf diesem Globus. Minister, die aus
Schweden, Österreich oder Deutschland zurückkamen, stellen ihre Mitarbeiter
entsprechend ein. Es wird Schwedisch oder Deutsch gesprochen. Anfangs kamen
zunächst nur die Männer zurück, Frauen und Kinder blieben noch im Exil.
Vermehrt ziehen jetzt aber auch die Familien nach. Ein Zeichen der Stabilität für
Irak-Kurdistan.
2009 kam übrigens der deutsche Außenminister Steinmeier zur Eröffnung des 
deutschen Generalkonsulats nach Arbil. Er staunte über die Situation in Kurdistan.
"Welch ein Unterschied zwischen Bagdad und hier", bemerkt der Außenminister,
"Da kann man sehen, was Sicherheit ausmacht." Während in Bagdad der Terror
der letzten Jahre überall tiefe Wunden gerissen hat, konnten sich die sicheren
Kurdengebiete entwickeln. "Hier boomt es regelrecht", ist Steinmeier begeistert.
"Ich habe den Eindruck, ich bin in einem anderen Land."(gesamte Artikel siehe
http://www.welt.de/politik/article3229514/Frank-Walter-Steinmeier-macht-die-Kurden-
stolz.html)
 Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie
              dort gibt es weitere Quellenangaben
 
Innenstadt (Kernstadt) von Arbil
Statuette der Göttin
Ischtar (Great Goddess of
Babylon or Ishtar),
3. Jahrhundert v.Chr.
bis 3. Jhd.n.Chr. 
Zeichen der Göttin
Ishtar (Inana/Inanna),
Flughafen von Arbil (Erbil)