Chronik des Bürgerkriegs in Syrien 2015
Die Chronik des Syrischen Bürgerkriegs 2015 erfasst die wichtigsten
Ereignisse des Bürgerkriegs in Syrien von Januar bis Dezember 2015.
Am 25. Januar 2015 wurde der japanische Sicherheitsdienstleister Haruna
Yukawa vom IS in Syrien ermordet.
Am 26. Januar erklärten kurdische Gruppen den Kampf um Kobanê als
beendet.
Ende Januar 2015 erschien ein Video, das die Ermordung des japanischen
Journalisten Kenji Gotō in Syrien zeigt. Gotō war ursprünglich in das
Krisengebiet gefahren, um sich für die Freilassung des ermordeten Yukawa
einzusetzen.
Am 3. Februar 2015 wurde ein Video bekannt, in dem zu sehen ist, wie die
jordanische Geisel Muādh al-Kasāsba bei vollem Bewusstsein durch
Verbrennen in einem Eisenkäfig umgebracht wurde, nachdem seine Kleidung
mit Benzin übergossen worden war.
Der Kampfpilot war im Dezember 2014 nach dem Absturz seines Flugzeugs in
IS-Gefangenschaft geraten. Das jordanische Staatsfernsehen berichtete, die
Ermordung sei bereits am 3. Januar 2015 geschehen. Die jordanischen
Behörden richteten daraufhin die Terroristin Sadschida al-Rischawi am frühen
Morgen des 4. Februar 2015 durch Hängen hin, die ursprünglich gegen Geiseln
des IS hätte ausgetauscht werden sollen.
Am 16. März soll das Assad-Regime erneut Giftgas eingesetzt haben, diesmal
im Gouvernement Idlib.
Am 25. März nahmen syrische Rebellen die strategisch wichtige Stadt Bosra al-
Scham, nach viertägigem Kampf gegen Regierungstruppen, ein. Den Angriff
führte die Freie Syrische Armee des Weiteren soll sich die al-Nusra-Front an
dem Angriff beteiligt haben. Die Stadt in der Provinz Darā, im Süden Syriens,
gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.
Am 26. März startete die islamistische Rebellenallianz Dschaisch al-Fatah einen
Angriff auf die von Regierungstruppen gehaltene Provinzhauptstadt Idlib. In
der Nacht vom 28. auf den 29 März wurde die Stadt durch die Rebellen erobert.
Am 1. April griffen von der Freien Syrische Armee angeführte Rebellentruppen
(inklusive Teile der Al-Nusra-Front) den Grenzübergang Nasib in der Provinz
Darā, im Süden Syriens, an.
Mit dem Rückzug der syrische Armee aus der Umgebung am Folgetag verlor
die syrische Regierung die Kontrolle über den letzten Grenzübergang zu
Jordanien an die Aufständischen.
Am 6. April wird das Flüchtlingslager Jarmuk in Damaskus, in dem sich bis zu
18.000 Bewohner aufhalten, von Kämpfern des IS angegriffen.
Am 25. April wird die zuvor von Regierungstruppen gehaltene Stadt Dschisr
asch-Schughur in der Idlib-Provinz durch Kämpfer der Rebellenallianz
Dschaisch al-Fatah mit Hilfe der Freien Syrischen Armee eingenommen.
Am 13. Mai nahmen Einheiten des IS den Ort al-Suchna östlich der antiken
Oasenstadt Palmyra (nahe der heutigen Stadt Tadmur) ein und lieferten sich in
der Folge auch westlich von Palmyra heftige Gefechte mit Regierungs-truppen.
Der Leiter der antiken Stätten und staatlichen syrischen Museen, Maamun
Abdulkarim, bestätigte Angaben, dass die Angreifer nur noch zwei Kilometer
von dem Ausgrabungsgelände entfernt stünden, das „unterdessen auch zu
einem Zufluchtsort von Tausenden Flüchtlingen aus Suchnah geworden (ist).
[…] In der Region liegen auch wichtige Gasfelder, um die es schon seit
Monaten Kämpfe gibt.“
Am 19. Mai wurde der Ort Al-Mastuma und der dort gelegene, letzte große
Militärstützpunkt der syrischen Armee in der Provinz Idlib durch islamistische
Aufständische besetzt. Der Stützpunkt liegt südlich der bereits von
Rebellengruppen eingenommenen Provinzhauptstadt Idlib. Der Angriff wurde
von der Rebellen Allianz Dschaisch al-Fatah angehört, durchgeführt.
Am 20. Mai besetzten Kämpfer des IS nach Angaben der Syrischen
Beobachterstelle für Menschenrechte die antike Stadt Palmyra und das heutige
Tadmur.
Das derzeit vom IS beherrschte Staatsgebiets Syriens, bei welchem es sich
großteils um Wüstenregionen handelt, beträgt nun mehr als 50 %.
Nachdem sich die syrischen Regierungstruppen vom letzten Grenzübergang
zum Irak unter Regierungskontrolle zurückgezogen hatten, besetzen Kämpfer
des IS am 21. Mai den Grenzort Al Walid Tanef (Al Tanf).
Am 28. Mai 2015 wurde die Stadt Ariha und die in sich in der Umgebung
befindlichen Dörfer, laut der Syrischen Beobachterstelle für Menschenrechte
von der Rebellen Allianz Dschaisch al-Fatah innerhalb von nur 3 Stunden
komplett von der Syrischen Armee erobert.
Am 31. Mai 2015 wurde das Tadmor-Gefängnis in der Stadt Palmyra von
Kämpfern des IS gesprengt.
Am 4. Juni wurde gemeldet, dass sich Einheiten des IS bis auf wenige hundert
Meter der Provinzhauptstadt al-Hasakah genähert und in den vergangenen fünf
Tagen mehrere Sprengstoffanschläge in der Nähe von Stützpunkten der
syrischen Armee rund um die Stadt verübt haben.
Am 9. Juni eroberten syrische Rebellen, nach Angaben der Syrischen
Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR), den in der Provinz Darā
gelegenen Militärstützpunkt „Liwa 52“ (Brigade 52). Damit verlor die syrische
Armee eine der größten Militärbasen der Provinz Darā, nahe der Grenze zu
Jordanien.
Am 14. Juni nahmen kurdische Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten
(YPG) den zuvor von Einheiten des Islamischen Staates besetzten Ort Suluk
(Salouk) in der nordsyrischen Provinz ar-Raqqa, im Distrikt Tall Abyad, ein.
Damit rückten Einheiten der YPG auf rund 5 km an die, durch den IS gehaltene,
Stadt Tall Abyad (Tal Abiad, Tel Abjad) und den gleichnamigen Grenzübergang
zur Türkei heran. Am 16. Juni 2015 bestätigte die SOHR, dass die Stadt in
kurdischer Hand sei.
Bei einem Drohnenangriff der US-Streitkräfe am 16. Juni auf einen Stützpunkt
der Miliz Islamischer Staat (IS) in Ash-Shaddadeh bei al-Hasaka wird das
Führungsmitglied, der Tunesier Tariq bin al-Tahar bin al-Falih al-'Awni al-Harzi
getötet. Veröffentlicht wurde die Information durch das US-Verteidigungs-
ministerium erst am 3. Juli 2015.
Am 25. Juni 2015 griff der IS erneut Ain al-Arab (Kobanê) an. Zeitgleich wurden
auch das Dorf Barcha Batan, 35 km weiter südlich, und die Stadt al-Hasaka in
Nord-Ost-Syrien angegriffen.
Im Laufe des Tages wehrten die kurdischen Einheiten den Angriff auf Ain al-
Arab ab. Drei Tage später waren alle Angreifer außer Gefecht gesetzt worden.
Bei einem Bombenanschlag am 3. Juli auf die Salem-Moschee in Ariha werden
mindestens 25 Mitglieder der al-Nusra-Front während des Fastenbrechens
getötet. Anhänger der Nusra-Front machten die Miliz Islamischer Staat (IS)
dafür verantwortlich.
Am 4. Juli beginnen die Regierungsstreitkräfte unter dem alawitischen
Präsidenten Baschar al-Assad und die schiitische Hisbollah-Miliz eine
Offensive gegen die Rebellen in Al-Zabadani an der libanesischen Grenze.
Die IS enthauptet am 18. August den 82-jährigen Khaled Asaad, den
Ausgrabungsleiter der Antikenstätten von Palmyra.
Der Baal-Tempel wird am 22. August von Anhängern der IS gesprengt.
Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie,