Am 22. Dezember 2014 ist Joe Cocker gestorben  -  einer der
    legendärsten Rock- und Blues-Sänger unserer Zeit. Nur einen Tag
    nach dem Tod des ebenfalls legendären Udo Jürgens. Zwei Musiker,
    die nicht unterschiedlicher hätten sein können: der eine ein begna-
    deter Komponist und Entertainer, der andere ein Sänger und „Inter-
   pret“, der jedoch jedes Lied mit seiner unverwechselbaren, „unter die
  Haut gehende“ Stimme auf seine ureigene Weise zum Ausdruck
 brachte und so zu neuem Leben erweckte.
 
Joe Cocker
 (1944 - 2014)
    
    Der eine (Udo Jürgens) stammte aus einer reichen, angesehenen deutschen  
Banker- und Managerfamilie, der andere (Joe Cocker)  wurde zehn Jahre später in
einer englischen Industriestadt am 20. Mai 1944 in einfache, aber „gutbürgerliche“
Verhältnisse hineingeboren. Seine Eltern, Harold und Marjorie Cocker, bewohnten ein
kleines Haus im Vorort Crookes. Sein Vater war nach dem Krieg im öffentlichen Dienst
tätig, seine Mutter Hausfrau.
Joe Cocker interessierte sich schon sehr früh für Musik – und zwar für den damals
aufkommenden Rock’n‘ Roll. Den gab es damals, zu Beginn der 1950er-Jahre, aber nur
in Amerika. Das europäische Pendant dazu war das Skiffle, das damals in England
entstand.
1956, im Alter von 12 Jahren, gründete Joe Cocker schließlich seine eigene erste
Skiffle-Band und entdeckte zunehmend seine Leidenschaft für Rhythmus und
Harmonien .... 
Joe versuchte damals alles, was mit der aufkommenden „neuen“ Musik zu tun hatte,
zu sammeln und zu archivieren. Und noch heute ist er froh, dass er Künstler wie
Buddy Holly und Jerry Lee Lewis live gesehen hat: „Buddy hat mich wirklich um-
gehauen.“ Sein größtes Idol war aber Ray Charles. Dieser eroberte 1959 mit seiner
Eigenkomposition „Whats’d I Say“ die Hitparaden der Welt.
Joe Cocker war nicht nur von Ray Charles “magischen“ Stimme fasziniert, sondern
auch von der Art wie er sang. So wurde er zu Joe Cockers großem Vorbild, nicht nur
was seine Musik betraf -  sondern auch die Art wie er sang und sich dabei bewegte.
Joe Cocker erklärte das später einmal so: „Ich habe halt immer Ray Charles geliebt.
Und Stevie Wonder. Und die haben sich auch immer so abgefahren bewegt. Natürlich
lag das wohl auch an ihrem Blindsein. Zum Teil liegt es an meiner Frustration, selbst
nicht Gitarre oder Klavier zu spielen, das mich diese Bewegungen durchlaufen
konnten. Daher nutzte ich diese Bewegung, um meine Band anzufeuern, dass die
Leute die Energie mitbekommen. Ich benutzte meinen Körper, um mich auszu-
drücken…“ (C.Graf*, S.34)
Jetzt wissen wir also, von wem Joe Cocker zu seinen eigenartigen Bewegungen beim
Singen inspiriert wurde – für die er später weltberühmt wurde.  In erster Linie war es
jedoch seine unverwechselbare, „unter die Haut gehende“ Stimme, die ihn zu einem
der größten Rock- und Blues-Sänger aller Zeiten machte.  „Eine Stimme, kalt und warm
zugleich, eine Stimme voller Kraft und Emotionalität, eine Stimme, die weit über das
hinausgeht, was die Tonleiter ausmacht, die hell und klar ebenso wie dunkel und weich
ist. Eine Stimme, die einen Sänger zum Shouter, zum Schreienden macht, der damit
Klänge erzeugt, wie sie kein andere nach ihm erklingen lassen kann.“ (C.Graf*, S.20).
Wahrscheinlich hat Joe Cockers Stimme aber auch das, was Peter Maffay einmal als
„9.Ton“ bezeichnete …
Joe Cocker hatte aber nicht nur eine „Ausnahmestimme“,  er ließ mit seinen Liedern
auch „Geschichte erklingen“ ...
Aber “Cockers Musik lässt sich nicht wirklich definieren oder etikettieren“, wie
Christof Graf richtig bemerkt. „Cockers Musik ist eher ein Konglomerat von Klängen,
die sich mit nichts, was andere Künstler in diesen Genres tun, vergleichen lässt.
Dabei war bei ihm nicht die Performance wichtig oder seine Songwriter-Qualitäten,
sondern seine Stimme, „die es nunmehr über ein halbes Jahrhundert schafft,
Menschen in ihren Bann zu ziehen, ihnen den Atem zu rauben und sie emotional
abzuholen.” ... 
Sein Biograph Christof Graf schreibt dazu: „Vielleicht ist es das, was Cocker über die
Jahre so erfolgreich machte, obwohl er nach steilem Bergaufstieg tief fiel, lange liegen
blieb, oft dabei noch getreten wurde, und irgendwann doch wieder zu sich kam und
bedacht die Dinge anging, sich schonte und ohne Groll und Hass jenen gegenüber, die
ihn traten, wie ein Phönix aus der Asche in die Lüfte stieg und von da an nie wieder
zurückschaute.“ (C.Graf*, S.22ff.)
Tatsächlich war das Leben von Joe Cocker von großen Erfolgen, aber
auch von tiefen Niederlagen und Krisen gekennzeichnet.  Nach dem
großen Durchbruch im Jahr 1968 mit einer Coverversion des Beatles-
liedes With a help from My Friends“ – mit dem er nach seinem legen-
dären Auftritt beim Woodstock-Festival                 
im August 1969                 
weltberühmt wurde, kam es bald darauf zum großen Absturz.
So bekam Joe Cocker Anfang der 1970er Jahre – wie viele andere Rock-
sänger seiner Zeit  –  Probleme mit verschiedenen Suchtmitteln, was sich
negativ auf die Qualität und den Verkauf seiner Musik auswirkte , seine Konzerte
oftmals zu einem Risiko machte und 1974 sogar zu einem Haftaufenthalt führte.
Joe Cocker hatte seinen einst guten Ruf regelrecht „versoffen“...
Wie schaffte er es trotzdem, wieder „auf die Beine“ zu kommen und sich nicht - wie
andere große Rockmusiker seiner Zeit - mit seiner Alkohol- und Drogensucht selbst zu
zerstören? In erster Linie verdankte er seine “Rettung” und  „Wiederauferstehung“
einer Frau – wie er auch selbst später immer wieder betonte: „Erst, als ich Ende der
70er meine Frau Pam kennenlernte, ging es wieder bergauf. Sie zeigte mir, dass mein
Leben einen Sinn hat. Aber ich verstehe Menschen, die das nicht schaffen, die auf der
Straße leben. Ich habe es erlebt. Und wenn man keinen Sinn sieht oder niemand einem
hilft, ist es für einige schwer, sich selbst aus diesem Sumpf zu befreien.(Graf*, S.71)  
Joe Cocker lernte 1978 die US-amerikanische Erzieherin Pam Baker kennen. Mit ihrer
Hilfe schaffte er es schließlich, von seiner Sucht loszukommen. Aber leicht war es
nicht ...
Und damit begann für Joe Cocker ein völlig neues Leben. Er zog mit Pam nach
Crawford (USA/Colorado), wo sie gemeinsam eine Ranch betrieben - und sich auch
sozialen Projekten widmeten ....
Von da an ging es mit Joe Cockers Musik-Karriere wieder bergauf. Bei seinem
Comeback in den 1980er Jahren landete er Hits wie „When the Night Comes“ und das
Duett „Up Where We Belong“ mit Jennifer Warnes, für das er 1983 einen Grammy
Award bekam.
Weitere Höhepunkte seiner Musikkarriere, siehe  …
Am 22.Dezember 2014 starb Joe Cocker in seinem Haus in Crawford,  Colorado (USA)
an Lungenkrebs. Die letzten Jahre hatte er sich unter anderem der Tomatenzucht
gewidmet, wobei er sogar einige Preise gewann …
Er widmete sich aber auch bis zuletzt (sehr erfolgreich) der großen
Leidenschaft seines Lebens: der Musik. Selbst im hohen Alter
stand er noch auf der Bühne -  und seine Konzerte waren bis zum
Schluss ausverkauft. Joe Cocker war zur größten Rocklegende
seiner Zeit geworden ....
Doch wenden wir uns nun der Astrologie zu: wie standen die
Sterne im Augenblick der Geburt dieses Ausnahme-Musikers?
Und was sagt das Horoskop über ihn aus, siehe .... 
Quellenangabe:
*) Prof.Dr.Christof Graf: „Joe Cocker – Die Biographie“,  2014 Hannibal Verlag
    sowie Wikipedia, die freie Enzyklopädie
  
Joe Cocker 1969 beim
Woodstock-Festival
Typische Skiffle-Musik-
instrumente (Wikipedia,
Barry Lewis)
Joe Cocker mit Jennifer Warnes
1983 bei den Grammy Awards
Joe Cocker mit Pam
Joe Cocker in den
1970er Jahren
Joe Cocker am Beginn
seiner Karriere
Joe Cocker 2013 bei einem
Konzert in Salem/Deutschland
(Wikipedia, Harald Bischoff)
Ray Charles war sein größtes
Idol und Vorbild
© März 2015 Elisa, alle Rechte vorbehalten