Österreich:
18.6.2015:
Am 12.6. kündigte Innenministerin Mikl-Leitner an, Asylanträge zu stoppen, das bedeutet:
es werden keine neuen Asylverfahren mehr eingeleitet und nur mehr Rück- und Abschiebungen
(Dublin-Fälle) bearbeitet -  was teils heftige Kritik hervorruft ...
Gemäß dem Wiener Caritas Generalsekretär Schwertner ist außerdem Traiskirchen
wieder einmal heillos überfüllt, es fehlen rund 700 Schlafplätze !!
25.6.:  Bundeskanzler Faymann hatte nun angesichts der dramatischen Situation die Flücht-
lingspolitik zur “Chefsache” erklärt. Es fand ein “Flüchtlingsgipfel” mit Landeshauptleute,
Bundesregierung und Hilfsorganisationen statt, wie man Asylwerber künftig möglichst gleich-
mäßig auf ganz Österreich aufteilen kann. Faymann hatte eine Bezirksquote vorgeschlagen,
doch die Länderchefs betreiben weiterhin “Blockadepolitik”. Vielleicht hilft hier wirklich
nur noch ein “hartes Durchgreifen” (gesetzliche Vorgaben, Sanktionen etc.) seitens des Bundes.
Minister Klug hatte übrigens schon mehrmals leerstehende Kasernen angeboten ....  
Vielleicht sollte sich die österr.Regierung ein Beispiel an Deutschland nehmen, wo es keine
“Zeltlager” gibt - sondern über Integrations- und Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge 
diskutiert wird ... !!!
Und das Ergebnis des Asylgipfels im Nachbarland Deutschland ist erfreulich:  Asylverfahren
sollen beschleunigt, Bleibeberechtigte besser integriert werden ...
Übrigens plädierte Bundespräsident Heinz Fischer im Oktober 2014 für eine humanere
Flüchtlingspolitik in Österreich und einen Zugang für Flüchtlinge zum Arbeitsmarkt. Er sagte
im Interview mit der Tageszeitung “Österreich”: “Man muss prüfen, wie man in bestimmten
Fällen die Arbeitskraft von Flüchtlingen nützen kann. Warum sollen diese dann nicht selbst
zum eigenen Unterhalt beitragen?” Getan wurde bis jetzt leider nichts ... !!
Natürlich kann das kleine Österreich - und auch Europa - nicht ungebremst alle Flüchtlinge
aufnehmen. Trotzdem sollte man sich bemühen, diese armen Menschen, die oft Unvorstellbares
erleiden mussten, human zu behandeln.  Und: Frauen, Kinder und Jugendliche sowie Christen
und andere verfolgte Minderheiten wie Jesiden oder Kurden sind eindeutig zu bevorzugen, denn
diese sind am Schutzbedürftigsten (siehe Genfer Flüchtlingskonvention weiter unten)  Außerdem:
könnte man in den Flüchtlingsheimen nicht sinnvolle Aktivitäten fördern (Hilfe von Flüchtlingen
für Flüchtlinge wie zum Beispiel Kinderbeaufsichtigung, Lernkurse oder Beteiligung bei der
Essenszubereitung oder Reinigung - alles natürlich auf freiwilliger Basis oder gegen ein kleines
Taschengeld ... !!?  Auch gegenseitige psychologische Betreuung oder kreative Gruppenaktivi-
täten, könnten in den verschiedenen Flüchtlingsheimen gefördert werden. Sicherlich gäbe es
genug Flüchtlinge, die sich hier gerne engagieren würden...).
Ebenfalls wichtig: Die Betreuung der Flüchtlinge, die 2011 an eine private Firma ausgelagert
wurde                 , muss wieder die Republik Österreich übernehmen - wie dies auch die
Genfer Flüchtlingskonvention vorschreibt!!  - und bereits mehrfach gefordert wurde wie
zum Beispiel 2013 vom Traiskirchner Bürgermeister Knotzer ... 
Und: es sollte ganz DRINGEND die Entwicklungshilfe für die betroffenen Länder
aufgestockt werden (hier könnten übrigens auch die diversen Hilfsorganisationen -  und
auch die katholische Kirche (Missionare) - viel tun ...) !!! Milliarden von Steuergeldern
wurden z.B. in der Hypo Alpe Adria und anderen dubiosen Machenschaften versenkt - da
wird man wohl doch einige Millionen oder Milliarden für Flüchtlinge und Entwicklungs-
hilfe “locker” machen können (zumindest wäre das mal keine Geldverschwendung!!) 
Hier einige Kommentare dazu ...    
Gemäß einem aktuellen Bericht des UN-Flüchtlingswerk UNHCR sind momentan übrigens
fast 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht - so viele wie noch nie zuvor ...
Dabei wird der “Club der Reichen und Superreichen” immer größer !!!?? Laut einer
aktuellen Studie hat es weltweit noch nie so viele Dollar-Millionäre gegeben ... !!!
Allerdings: beneiden braucht man diese Herren trotzdem nicht: besser ein “Bettler” auf Erden
sein und dafür ein “König” im Himmel - als umgekehrt!! Denn, das sollten alle Millionäre be-
denken: irdischer Reichtum ist vergänglich. Aber: GOTT-VATER freut sich über jeden “ver-
lorenen Sohn”, der bereut und umkehrt ... (mehr dazu siehe auch unter “Spirituelles und
Horoskop von Papst Johannes Paul II”)
   
Rückblick:
Am 20.4. ist es zur bisher größten Flüchtlingstragödie gekommen: ein Schiff mit
950 Menschen an Bord ist gekentert, es gibt nur 28 Überlebende ...
Am 23.4. wurden weitere schreckliche Details zu dem Unfall und der unmenschlichen
Behandlung der Menschen an Bord durch die Schlepper bekannt ....
Die EU, der Untätigkeit und mangelndes Mitgefühl vorgeworfen wird,  hatte in einer
ersten Reaktion einen Zehn-Punkte-Plan beschlossen, dieser wurde nun in einem
EU-Sondergipfel am 23.4.15 nochmals besprochen ...
Hier einige Kommentare dazu ...  
EU-Kommissions-Chef Juncker forderte außerdem laut ORF angesichts des Flüchtlings-
ansturms auf Europa die EU-Staaten auf, mehr Geld für Entwicklungshilfe aufzubringen.
Es sei „unverständlich“, dass mehr als die Hälfte der Länder ihre Ausgaben dafür nach unten
korrigiert hätten. „Wir sind der reichste Kontinent, wir sollten diesen Reichtum nützen“, sagte
Juncker am Dienstag in Wien (in Österreich ist der Anteil der Gelder für Entwicklungszusam-
menarbeit (EZA) am Budget im Vorjahr erneut gesunken. Statt den in den UNO-Millenniums-
zielen versprochenen Anteil von 0,7 Prozent waren es 2014 nur noch 0,26 Prozent des BIP) ...
KOSOVO-Flüchtlinge sollen nun (12.2.2015) im Schnellverfahren abgeschoben
werden. Kann das die Lösung sein? Eines ist sicher: zumindest humanitäre Hilfe
wäre im Kosovo dringend notwendig ...
Ohne Zweifel wird die Flüchtlingsproblematik (und der “richtige” -  also humane und
menschliche - Umgang damit) einer der größten Herausforderungen in den nächsten
Jahren oder Jahrzehnten für die reichen Industrieländer sein ...
Was aber ist ein humaner Umgang mit Flüchtlingen? Dazu gibt es seit 1954
gesetzliche Richtlinien, nämlich die Genfer Flüchtlingskonvention ...
Den Weg, den Australien in der Flüchtlingspolitik eingeschlagen hat, ist jedenfalls
(aus “höherer Warte” betrachtet) sicherlich nicht der “richtige”  - und es wäre vielleicht
zu prüfen, ob es damit gegen die Genfer Flüchtlingskonvention verstösst ...     
UNO-Kampagne:
Flüchtlingen eine Chance geben -  UNHCR hilft und gibt den Vertriebenen
eine Plattform und eine Stimme ...
Welche Strapazen und Ängste Menschen auf der Flucht erleben, zeigt auch
die Reportage “Menschen hautnah”  ... 
Immer noch aktuell:
Rückblick 2014:
Flüchtlingsdrama in Syrien, Irak, Libanon und der Türkei ... 
Flüchtlingspolitik - Skandal in Deutschland  - Aber: auch in Österreich ist
die Situation nicht besser. Zuletzt wurden am 9.10. in Wien-Erdberg Missstände
aufgedeckt ... Bundespräsident Heinz Fischer plädierte am 26.10.2014 für eine
humanere Flüchtlingspolitik in Österreich ...
25.4.15
zuletzt aktualisiert: 25.6.15
 
Quelle: Tageszeitung
    Österreich
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Australiens “Anti-Flücht-
lings-Kampagne”
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